FC St. Pauli: Darum hatte Hauke Wahl keine Angst vorm Abstiegskrimi

Hamburg - Was für ein Comeback! Drei Spiele musste Hauke Wahl (31) zuschauen, ehe er am Sonntag für den FC St. Pauli auf den Platz zurückkehrte und beim 2:1-Sieg über Werder Bremen auch noch traf. Ein Stadionbesuch zuvor machte ihn richtig heiß.

Hauke Wahl (31) gab gegen Werder Bremen sein Comeback für den FC St. Pauli.  © Marcus Brandt/dpa

Für Wahl selbst waren die vergangenen Wochen nicht einfach. Eine Innenbandzerrung hatte den 31-Jährigen mattgesetzt. Umso erstaunlicher war seine starke Leistung am Sonntag im Abstiegskrimi. "Es war kein Wunder, dass er so eine Leistung abruft. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er zwei, drei Wochen weg war", lobte ihn sein Trainer Alexander Blessin (52).

Die Rückkehr von Wahl, wie auch die von Eric Smith (29), hatte eine gewisse Signalwirkung, beide Profis sind absolute Leader im Team. Um die Bedeutung des Spiels wussten sie im Vorfeld Bescheid.

"Wir haben nur den Sieg gesehen. Wir haben nicht daran gedacht, was ist, wenn wir verlieren, sondern wir hatten Bock auf dieses Spiel", erklärte Wahl, der nicht das Gefühl hatte, dass etwas schieflaufen könne. "Ich glaube, das hat man heute gesehen."

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Ein bisschen anders sah das noch wenige Wochen zuvor beim trostlosen Derby gegen den HSV aus. Beiden Teams war eine gewisse Angst anzumerken gewesen. Am Sonntag gegen Bremen zeigte St. Pauli aber ein anderes Gesicht. "Wir wollten einfach unbedingt gewinnen. Wir wissen, dass wir es besser machen können, aber ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben. Jetzt sind wir erst mal glücklich, dass wir so wichtige drei Punkte geholt haben."

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Wahl setzte sich in der Luft durch und köpfte zum 1:0 für St. Pauli ein.  © Marcus Brandt/dpa

FC St. Pauli: Hauke Wahl feuerte sein Team von der Tribüne aus an

Auch dank freundlicher Unterstützung von Werder-Keeper Mio Backhaus (21), der daneben griff.  © WITTERS

Wahl selbst hatte mit dem glücklichen Führungstreffer, neben der starken Leistung auf dem Platz, auch seinen Anteil am Dreier. "Die Flanke war nicht so kraftvoll. Das war schon mal nicht so gut. Ich hatte das Gefühl, ich stand drei Meter in der Luft, wahrscheinlich war es nur ein Stück Zeitung", beschrieb er die Szene zum 1:0.

"Aber dann habe ich ihn gut getroffen, aber keine Power hingekriegt, weil ich zu weit weg bin vom Tor. Ehrlich, ich hatte nicht damit gerechnet, dass der noch reingeht. Ich war erst eher überrascht als erfreut. Das muss ich zugeben."

Am Ende gewann St. Pauli mit 2:1 und tauschte mit Werder die Plätze. Große Unterstützung erhielten die Kiezkicker wieder einmal von den Rängen. "Wenn wir so spielen, dass wir die Fans mitnehmen, dann ist es extrem schwer, hier zu spielen", wusste Wahl. "Das haben wir jetzt in den letzten Heimspielen sehr gut gemacht. Wenn der Funke vom Platz auf die Fans überspringt, ist das geil."

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Er selbst weiß, wovon er spricht. Beim 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart vor zwei Wochen saß er selbst auf der Tribüne. "Das war für mich ungewohnt, aber was die Jungs auf den Platz gebracht haben, war einfach so geil", so Wahl.

Auch wenn er nicht auf dem Rasen stehen konnte, so feuerte er sein Team eben von den Rängen aus an. "Ich bin nach dem Spiel nach Hause gekommen, war heiser, habe gefühlt jedes Lied mitgesungen, weil es einfach so Bock gemacht hat", blickte er zurück. "Ich bin danach zu meiner Familie und habe gesagt: Das will ich später machen. Mit ihnen herkommen, so etwas erleben und mit so einem Glücksgefühl nach Hause gehen."

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