FC St. Pauli feiert Fanshop-Eröffnung: "Wollen Werte in die Welt transportieren"
Hamburg - Der FC St. Pauli ist besonders international mehr als ein Fußballverein. Der Totenkopf steht schon immer für sich. Am Dienstag wurde deshalb an einem besonderen Standort in Hamburg ein neuer Fanshop eröffnet - der sich auch hinsichtlich des Designs von den bisherigen unterscheidet.
Eine lange Schlange von Fans steht vor dem schicken, modernen Store im Untergeschoss des Westfield Centers in der Hamburger Hafen City.
Die Fans warten auf ein Autogramm von den Kiezkickern Ricky-Jade Jones (23), David Nemeth (25) und Branimir Hrgota (33), die zur Eröffnung auch für Fotos bereitstanden.
Der Standort hatte zuvor wegen der Schlagzeilen über illegale Beschäftigte, Arbeiter, die auf der Baustelle starben, miserable Arbeitsbedingungen, Verletzungen, Unfälle, unterirdisch schlechte Bezahlungen und explodierende Kosten für Diskussionen gesorgt.
Bei der Eröffnung erklärte Catharina Fricke, Head of Merchandising beim FC St. Pauli, gegenüber TAG24, dass man die Planung des Stores sogar schon vor den Bauarbeiten angedacht hatte. "Wir haben lange und viel über eine mögliche neue Location nachgedacht. Seit vielen Jahren sind wir mit dem Westfield schon in Kontakt."
Der Standort eröffne vor allem eine neue Zielgruppe: flanierende Touristen aus aller Welt, die die Shops auf der Reeperbahn oder am Millerntor sonst nicht ansteuern würden.
Und das sind bekannterweise nicht immer klassische Fußballfans, so Fricke. "Wir wollen unsere Werte, mit denen der Totenkopf aufgeladen ist, hierher transportieren, in die Welt transportieren mit jedem, der hier zu Besuch kommt."
Niederlagen bedeuten trotzdem weniger Trikotverkäufe
Und trotzdem leide auch der FC St. Pauli unter einer Niederlagenserie, erklärte die Merchandise-Expertin weiter.
"Natürlich verkaufen auch wir weniger Trikots, wenn wir nicht gewinnen. Aber grundsätzlich kaufen die Leute auch Totenkopf-T-Shirts, wenn wir kein Spiel gewinnen. Das ist ein großer Vorteil. Und das ist das Tolle bei uns, dass die Fans es eben nicht vom Sport abhängig machen, sondern unsere Werte leben und für all das stehen, wofür wir eben auch stehen."
Grundsätzlich gibt es am Standort im Westfield das Gleiche zu kaufen, wie in den anderen Fanshops auch. Ab und an soll es dort allerdings "Limited Editons" geben.
Designt wurde der Store weniger "rough", als man es von dem Kiezklub vielleicht gewohnt ist - bewusst.
Man habe versucht die perfekte Mischung aus Streetstyle und St.-Pauli-Mentalität zu schaffen.
Titelfoto: Alice Nägle/TAG24

