St. Pauli gegen "beste Mannschaft der Welt": Freude oder Frust vor Bayern-Partie?
Hamburg - Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ein Quäntchen Glück – so das Motto des FC St. Pauli, um in der Begegnung gegen den FC Bayern am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) nur im Ansatz etwas zu erreichen.
Kann man sich in einer Phase, in der man auf jeden Punkt im Klassenerhalt angewiesen ist, überhaupt auf ein Spiel gegen die Bayern freuen?
Ganz klar: Ja! So der Cheftrainer Alexander Blessin (52) bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag.
"Ich freue mich immer wahnsinnig auf solche Spiele", erklärte Blessin. "Sie sind momentan mit die beste Mannschaft der Welt", lobte er das Team von Vincent Kompany (39). "Sich mit ihnen zu messen, ist einfach was Schönes!"
Auch gab er zu, ein Champions League Spiel wie das der Bayern gegen Real Madrid am vergangenen Dienstag auf dem Sofa einfach zu genießen und nicht mit der Trainer-Brille versuchen zu wollen, etwas für die eigene Partie abzuleiten.
"Wir brauchen über 95 Minuten Match-Glück", so seine Einschätzung vor der besonderen Partie am Samstag. "Wir haben wenig zu verlieren und wollen das Spiel so lange offen halten, wie möglich."
Dafür müsse seine Mannschaft mutig agieren, schnelle Entscheidungen treffen, zur richtigen Zeit in der richtigen Position Nadelstiche setzen und besonders Überzahlmomente schaffen. Dann könne es vielleicht gelingen, gegen den aktuell mit Abstand Tabellenersten irgendwie zu punkten.
Bedient sich Blessin an HSV-Taktik gegen die Bayern?
In den vergangenen Partie war man schließlich immer nah dran gewesen, so Blessin.
Besonders im letzten Heimspiel am Millerntor im November 2024 gewannen die Gäste aus München lediglich 1:0 – und das dank Jamal Musialas (23) Tor des Jahrs aus der Distanz.
"Da hatten sie wenig Chancen. Wir haben wenig zugelassen. Da hätte man schon etwas holen können." Auch die anderen Partien endeten eher knapp – meistens sogar Last-Minute.
Damit das auch dieses Mal gelingt, gab Blessin zu, ein Auge auf die Eins-zu-eins-Verteidigungsidee des Stadtkonkurrenten, des HSV, im Spiel gegen die Bayern geworfen zu haben.
"Wir gehen ja nicht blind durch die Welt", sagte der Kiezcoach. "Natürlich haben wir auch das HSV-Spiel gesehen. [...] Sie haben schon selbst vertraut gespielt."
Dass die Bayern es den Kiezkickern aufgrund der klaren Konzentration auf Real Madrid in diesem "Sandwich-Spiel" leichter machen werden, bezweifelt Blessin aber klar.
"Ich glaube, sie wollen den 'Run' einfach fortführen. Sie haben ein Gefühl der Unschlagbarkeit und gehen dann mit breiter Brust rein – dann ist es egal, ob sie vier oder fünf Spieler austauschen. [...] Die, die nachkommen, wollen auch zeigen, was sie können."
Titelfoto: Bildmontage: Marius Becker/dpa, Christian Charisius/dpa

