Hamburg - Es geht Schlag auf Schlag! Nach der ärgerlichen 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg ist der FC St. Pauli gleich am Samstag (15.30 Uhr) wieder gefordert. Mit Borussia Dortmund wartet eine Herkulesaufgabe auf die abstiegsbedrohten Kiezkicker.
So richtig verdaut hatte Trainer Alexander Blessin (52) den späten K. o. vom Vortag noch nicht, als er am Donnerstag mit nur einer Stunde Schlaf erneut vor die Presse trat. "Ich bin noch am Verarbeiten", gestand er, wollte den Blick aber auch schon schnell wieder nach vorn richten.
"In Dortmund zu spielen, ist ein absolutes Highlight", gab der 52-Jährige zu und bescheinigte dem Tabellenzweiten eine "herausragende Qualität". Dennoch wusste er auch, wie man dem BVB wehtun kann.
"Sie setzen nie den richtigen Punch, sie lassen die Spiele sehr, sehr lange offen", erklärte Blessin und sah genau darin die Chance seiner Mannschaft. Neben den Nadelstichen auf den Platz, die St. Pauli setzen will, will der Tabellenvorletzte auch die kritischen Fans im Westfalenstadion zum Vorschein bringen. "Dann legt sich auch eine gewisse Nervosität an den Tag", wusste er.
Genau diese wollen und müssen die Kiezkicker nutzen, um gegen den schier übermächtigen Gegner überhaupt eine Chance zu haben. Dass es möglich ist, haben sie im Hinspiel beim spektakulären 3:3 gezeigt, aber auch beim Gastspiel in der Vorsaison, als der Dortmunder Siegtreffer erst kurz vor Schluss gefallen war.
Hat der FC St. Pauli ein Qualitätsproblem?
Damals hatte St. Pauli den Reifeprozess überwunden und schien stabiler, aktuell scheint das mal wieder nicht der Fall zu sein, wie auch Kapitän Eric Smith (29) nach der Wolfsburg-Pleite deutlich ansprach.
"Ich habe kein Problem damit, wenn wir Fehler machen, aber das fängt ja schon mit dem ersten Pass an, wo wir zu weit weg stehen", haderte Blessin noch einmal mit dem Siegtreffer der Wölfe und zählte penibel auf, an welchen Stellen welche Fehler passiert waren.
Ein Qualitätsproblem wollte er aber nicht darin sehen. "Es ist ja nicht so, dass wir immer wieder die gleichen Fehler machen, sondern es sind dann schon Unterschiede in der Art und Weise", gab er an. Daher sei er in der Summe davon auch weit entfernt, seiner Mannschaft die Qualität abzusprechen.
Der 52-Jährige hofft vielmehr, dass sein Team - ähnlich wie im Vorjahr - die Fehler abstellen und sich weiterentwickeln kann. Wichtig sei nur, dass man sich gegenseitig auf dem Platz helfe und die Fehler des anderen ausbügele, so der Trainer. Und am besten wird damit schon am Samstag angefangen.