St. Pauli verliert Final-Drama und steigt ab: "In der Bundesliga einfach zu wenig!"
Hamburg - Das war's! Nach nur zwei Saisons muss sich der FC St. Pauli am 34. Spieltag von der Bundesliga verabschieden. Mit einem 3:1-Sieg schicken die Gäste aus Wolfsburg die Kiezkicker zurück in die 2. Bundesliga.
Mit dem Abpfiff durch Schiedsrichter Daniel Siebert um 17.21 Uhr war es besiegelt: Der FC St. Pauli spielt in der kommenden Saison nicht mehr im deutschen Oberhaus mit.
Trotz des bitteren Ausgangs der Partie sowie der Saison machten die St.-Pauli-Fans mit der Unterstützung weiter.
Unmittelbar nach Abpfiff streckten die knapp 26.000 Anhänger ihre Schals in die Höhe und gaben den Kiezkickern lautstark eines mit: "You'll Never Walk Alone!"
Neben der riesigen Enttäuschung sei das ein tröstendes Gefühl gewesen, waren sich die Spieler im Anschluss an das Drama einig.
So sagte Martijn Kaars, solch eine Aktion noch nie erlebt zu haben - im positiven Sinne. Gleichzeitig bezeichnete er den Spieltag als den schwierigsten in seiner Karriere. "Ich bin noch nie abgestiegen", erklärte er mit hängendem Kopf.
Hauke Wahl lobte den Rückhalt der Fans als "unfassbar". "Dieser Support ist sehr schön und das macht es noch schlimmer für uns", betonte der Abwehrspieler mit Blick auf die große Enttäuschung, die aktuell über allem stünde.
Dass Mainz 05 St. Pauli die Chance quasi auf dem Silbertablett serviert habe oder es die ein oder andere strittige Schiedsrichter-Entscheidung gegeben haben könnte, davon wollte Wahl nichts hören. Man müsse sich schon selbst an die eigene Nase fassen.
"Da brauchen wir uns nicht hinstellen und sagen, wir haben Pech, hier und da. Wir haben 26 Punkte geholt. Das ist in der Bundesliga einfach zu wenig, um die Klasse zu halten. Dass 29 für die Relegation reichen, ist schon sehr schmeichelhaft. 26 sind dann einfach zu wenig!"
Alexander Blessin fand bei der Pressekonferenz kaum Worte für die Situation. "Es tut unfassbar weh", kam dem Trainer gerade so über die Lippen. "Es ist sinnbildlich für die gesamte Saison", zeigte der 52-Jährige dennoch Einsicht. "Aber im Moment bin ich einfach wahnsinnig enttäuscht, weil es extrem viel Energie gekostet hat."
St. Pauli wird von Emotionen überwältigt
Schon zuvor waren die Emotionen gemischter Natur - besonders nachdem die Kiezkicker sich nach Hälfte eins mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine verabschiedet hatten.
Dennoch sorgten beide Fanlager mit Choreos, Pyrotechnik und Gesängen für lautstarke Unterstützung anlässlich dieses besonderen Matches.
Doch auch der Support der FCSP-Anhänger rettete das Team von Alexander Blessin nicht mehr. Der VfL Wolfsburg ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte die Partie letztlich verdient mit dem 3:1 aus Sicht der Gäste über die Bühne. Da konnte auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Joker Abdoulie Ceesay nichts mehr ausrichten.
Während den einen nun sicherlich Tränen der Erleichterung über das Gesicht laufen, weinen die Hamburger der 1. Liga nach. Wegen dieser Niederlage laufen die Kiezkicker in der kommenden Saison wieder in den Zweitliga-Stadien dieses Landes auf.
10. Partie ohne Sieg in Folge besiegelt St. Paulis Abstieg
13 Jahre hatte es gedauert, bis die Kiezkicker 2024 endlich wieder zurück in die Bundesliga aufstiegen.
Damals noch unter Trainer Fabian Hürzeler (33) schloss St. Pauli die Saison nicht nur als Aufsteiger ab, sondern krönte sich letztlich auch zum Zweiliga-Meister.
Sein Nachfolger: Blessin, der von Union Saint Gilloise nach Hamburg wechselte und sein erste Bundesliga-Jahr mit dem Kiezklub erfolgreich auf Platz 14 abschloss. Mit Ende dieser Saison mussten die Hamburger dann aber einige Spielerabgänge verdauen. Die Mannschaft war plötzlich eine andere.
So nahm eine Saison ihren Lauf, die von Niederlagen-Serien, Verletzungspech und wenig Toren geprägt war.
Das nun zehnte Spiel in Folge ohne Sieg beschert dem FC St. Pauli zum krönenden Abschluss das Abstiegs-Desaster.
Erstmeldung um 17.21 Uhr. Artikel aktualisiert um 18.52 Uhr.
Titelfoto: Bildmontage: WITTERS

