St. Paulis Traumtorschütze Leart Paqarada erklärt seinen besonderen Jubel

Hamburg - Er war der erste Torschütze der neuen Saison für den FC St. Pauli! Und auch einen Tag nach seinem Traumtor gegen Holstein Kiel strahlte Leart Paqarada (26) immer noch.

St. Paulis Linksverteidiger Leart Paqarada (26) widmete seiner Tochter den Wahnsinnstreffer.
St. Paulis Linksverteidiger Leart Paqarada (26) widmete seiner Tochter den Wahnsinnstreffer.  © IMAGO / Metelmann

Denn: Der Linksfuß ist nicht unbedingt als Torjäger bekannt. In 183 Zweitliga-Partien für den SV Sandhausen und den Kiezkickern gelang dem Deutsch-Kosovaren ganze sieben Treffer.

"Eines war aber schöner als das andere", sagte er mit einem Grinsen im Gesicht. "Ich würde aber lieber tauschen und mehr Tore schießen, und dafür nicht so schöne."

Nach seinem Sonntagsschuss zeigte der 26-Jährige einen besonderen Jubel und formte mit seinen Fingern ein "N". "Das war für meine Tochter, sie heißt Naléya", erklärte Paqarada.

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Bald muss er sich aber noch einen zweiten Buchstaben ausdenken. In den kommenden Wochen wird der gebürtige Aachener erneut Vater. Seine Frau Chantal und er erwarten ein zweites Mädchen. "Ich muss keinem erzählen, dass es das schönste Gefühl ist", gab er einen Einblick.

Generell kann sich Paqarada auf seine Familie verlassen. Wie auch am Sonntag gegen Kiel begleiten ihn seine Eltern seit sieben, acht Jahren. "Die verpassen kein Spiel, egal ob zu Hause oder auswärts", erklärte er. "Sie waren jetzt das erste Mal seit fast zwei Jahren dabei, aber sonst immer."

Das gelte nicht nur für die Partie der Kiezkicker, sondern auch für Begegnungen der Nationalmannschaft Kosovos. "Da aber nicht immer. Sie waren schon in der Türkei oder in England dabei. In Aserbaidschan aber nicht", sagte er.

Leart Paqarada genießt beim FC St. Pauli eine sehr hohe Wertschätzung

Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen freute sich Leart Paqarada (Mitte) über seinen Treffer.
Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen freute sich Leart Paqarada (Mitte) über seinen Treffer.  © Axel Heimken/dpa

Über das Tor hätten sie sich riesig gefreut. "Mein Papa meinte: 'Es war, als hätte er mich das erste Mal Fußballspielen sehen.' Ein sehr schöner Moment", beschrieb der 26-Jährige, der am Millerntor in seine zweite Saison geht.

An seinen zweiten Treffer im Dress des FC St. Pauli konnte sich der Linksverteidiger nicht so recht erinnern. "Ich hatte viel Platz, habe dann aber einen komischen Zwischenschritt gemacht", erklärte er die Situation. "Bevor ich abschließe, habe ich schon gedacht, dass das nichts mehr werden kann." Und dann schlug das Leder "Tor des Monats"-verdächtig im Winkel ein.

Fast wäre das 1:0 aber nicht die schönste Bude des Tages gewesen. In der zweiten Hälfte schlug der Ball nach einem Fallrückzieher von Daniel-Kofi Kyereh (25) im Kieler Gehäuse ein. Doch der Angreifer stand zuvor im Abseits. "Ich hätte es ihm von Herzen gegönnt, aber dann hätte keiner mehr über meinen Treffer geredet", sagte Paqarada und lachte.

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Generell scheint sich der 26-Jährige in seiner neuen Heimat wohlzufühlen. Privat läuft es super, und auch in der Mannschaft genießt er eine hohe Wertschätzung, wie seine Wahl in den Mannschaftsrat zeigt. "Das gibt mir Selbstvertrauen", gestand er. "Das war eine Stellschraube, an der ich drehen wollte. Ich will Verantwortung übernehmen und vorne weggehen."

Mit seinem fulminanten Tor und der Leistung hat er den ersten Schritt in diese Richtung auch auf dem Platz schon einmal gezeigt.

Titelfoto: IMAGO / Metelmann

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