"Erwarten jetzt Antworten": FSV-Vorstand über Derby-Konsequenzen und wirtschaftliche Auswirkungen
Zwickau – Auf die Frage, welche Konsequenzen das krachend verlorene Bezirksderby gegen Erzgebirge Aue nach sich ziehen würde, braucht Geschäftsführer André Beuchold nicht lange nachzudenken. "Es wird uns Geld kosten." Das Stadion ist voll, die VIP- und Hospitality-Bereiche. Alle freuen sich. Und dann verlierst du das Derby auf diese Art. Das werde man in den nächsten Wochen an den Zuschauerzahlen spüren, fürchtet der für den kaufmännischen Bereich und die mühsame Konsolidierung verantwortliche Vorstand.
Die Mannschaft muss jetzt erstmal wieder in Vorleistung gehen, so der einhellige Tenor. Natürlich werde man in den nächsten Wochen ganz genau beobachten, wer sich wie verhält und was das für die Kaderplanung für die neue Saison bedeutet.
Immerhin laufen 16 Spielerverträge aus, dazu die des Trainerteams. "Wir erwarten jetzt Antworten von Spielern und Trainerteam auf dieses Derby", so Beuchold.
Bis zur Winterpause hat jeder Zeit, zu zeigen, dass er es besser kann, als das bei diesem enttäuschenden Derby-Auftritt der Fall gewesen ist. Sportdirektor Robin Lenk (42) hatte kürzlich gegenüber TAG24 gesagt, man müsse anerkennen, dass die Zitrone angesichts dreier verlorener Derbys binnen fünf Monaten ausgequetscht ist.
Vielleicht ist der ein oder andere am Limit angelangt. Oder aber er wandelt zu oft zwischen Unterschiedsspieler und Unterdurchschnitts-Spieler.
Die Personalie Veron Dobruna (26) ist eine, die den sportlich Verantwortlichen von Zeit zu Zeit die Kopfhaare ein Stück weit grauer werden lässt. Gegen Aue saß der Offensivspieler auf der Tribüne.
FSV-Coach Rico Schmitt (58) über die Gründe: "Die Trainings- und Spielleistung haben mir nicht gefallen!" Auf Nachfrage, dass das ein wiederkehrendes Thema ist, antwortete der 58-Jährige: "Das muss ich jetzt nicht bewerten."
FSV Zwickau hat zu viele Ich-AGs auf dem Platz
Performt Dobruna, ist der 26-Jährige einer, der Zwickaus Offensive extrem guttut. Doch die Themen, die für einen Profi nicht gut sind, häufen sich.
Nach dem verlorenen Derby beim Chemnitzer FC war Dobruna für den vierten Spieltag beim BFC Dynamo suspendiert worden. Intern wurden ihm die Leviten in den dreieinhalb Jahren schon vorher gelesen. Er ist nicht der einzige, bei dem sie sich intern mitunter die Haare raufen.
Zwickau hat zu viele Ich-AGs auf dem Platz. Auch das ist keine neue Erkenntnis. "Es zieht sich schon das zweite Spiel durch, dass wir alles, was wir machen, nicht als Mannschaft machen. Wir sind extrem individuell unterwegs", hatte Lenk nach dem 1:3 gegen den CFC schon einmal gesagt.
Fast ein Vierteljahr später sind die Schwäne keinen Schritt weiter.
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag (2)

