FSV Zwickau äußert sich nach Rassismus-Skandal: "Es kotzt uns einfach an!"
Zwickau - Der 2:1 (0:0)-Heimsieg des FSV Zwickau gegen Rot-Weiß Erfurt wurde von einem unfassbaren Rassismus-Skandal überschattet. Nun äußert sich der Verein dazu – und spricht Klartext: "Es kotzt uns einfach an!"
Der Skandal spielte sich in der zweiten Halbzeit ab. Erfurt-Spieler Raphael Assibey-Mensah (26) wurde von der Zwickauer Gegengerade beleidigt. Der 26-Jährige berichtete gegenüber TAG24, dass "Afrikaner raus!" fiel.
Nun veröffentlichte der FSV Zwickau ein Statement. "Was uns ankotzt, ist die damit verbundene Machtlosigkeit, die sicherlich leider schon viele Vereine so ähnlich erlebt haben", teilt der Verein mit.
Die Vorsitzenden der Schwäne sind fassungslos: "Warum muss man sich, wenn man unzufrieden oder mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, auf Äußerlichkeiten oder die vermeintliche Herkunft eines Menschen berufen? Hat das was mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun?"
Das Problem: Der FSV Zwickau hat keinen Einfluss darauf, wer ins Stadion kommt. Dennoch die klare Botschaft: "Dann haltet wenigstens euren Mund und tragt eure unmenschliche Haltung nicht auf dem Rücken unseres Vereins aus. Nutzt den FSV nicht als Bühne für eure geistige Haltung!"
Klartext! Das Statement des FSV Zwickau in voller Länge:
Jetzt liegt der Fall bei der Polizei: Anzeige gegen Beschuldigten
Der FSV Zwickau arbeitet aktuell daran, den Vorfall aufzuklären. Kameraaufnahmen wurden ausgewertet, der mutmaßliche Beschuldigte gefunden. "Eine Anzeige ist erstattet und der Fall der Polizei übergeben. Wir hoffen, zeitnahe weitere Schritte einleiten zu können", so der Verein.
Für die Schwäne ist ganz klar: Es werden auch zukünftig Spieler verpflichtet, bei denen die Leistung zählt – und nicht etwa das Aussehen oder die Herkunft.
Zudem stellt der FSV Zwickau klar: "Nur weil ein Mensch eine dunkle Hautfarbe hat, muss er nicht automatisch aus Afrika kommen. Im konkreten Fall geht es um einen gebürtigen Leipziger."
Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche