Rassismus-Skandal und Unterbrechung bei FSV-Sieg gegen Erfurt!

Zwickau - Der 2:1 (0:0)-Heimsieg des FSV Zwickau gegen Rot-Weiß Erfurt hat einen extrem faden Beigeschmack, nachdem der Erfurter Spieler Raphael Assibey-Mensah in der zweiten Halbzeit von der Zwickauer Gegengerade beleidigt wurde.

Erfurts Raphael Assibey-Mensah (r.) wurde von der Zwickauer Gegengerade beleidigt.  © Frank Kruczynski

Die Erfurter zeigten sich entrüstet und der Referee bat beide Mannschaften kurzzeitig zu ihren Trainerbänken. Eine anschließende Stadiondurchsage, die laut Aussage von FSV-Pressesprecher Daniel Sacher durch den Schiedsrichter-Beobachter gefordert wurde und sich gegen Beleidigungen und Rassismus richtete, ließ bereits erahnen, welche Worte auf der Gegengerade gefallen sein mussten. Assibey-Mensah berichtete gegenüber TAG24, dass "Afrikaner raus!" fiel.

Dabei bot die Partie spielerisch so viel, vor allem eine bockstarke Zwickauer Aufholjagd. Der Beginn war schon extrem kurzweilig, mit guten Abschlüssen für RWE durch Raphael Assibey-Mensah (3.), Marco Wolf (5.) und Obed Chindindu Ugondu (15.).

Auf Zwickauer Seite kam Cemal Sezer (2./20.) zweimal bei Eingaben den Tick zu spät, während Theo Martens (8.) zentral nicht genug Druck hinter seinen Abschluss bekam.

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Die wirklich beste Chance der Anfangsphase besaß Erfurts Falcao (21.) mit seinem gefühlvollen Schlenzer an die Latte. Insgesamt hatten die Gäste etwas zu viel Platz zur eigenen Entfaltung, weil der FSV sich bei gegnerischem Ballbesitz tief fallen ließ.

Wenn die Schwäne dann mal schnell umschalteten, wurde es aber genauso brandgefährlich, weil sich die Räume boten. Sezer (39.) nach Martens' Querpass völlig allein vor Otto Lorenz, der das Bein ausfuhr und die sichere Führung verhinderte.

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Luca Prasse stachelte Fans und Mitspieler nach seinem Ausgleich an.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Ereignisse überschlagen sich, FSV Zwickau dreht das Spiel

Marc-Philipp Zimmermann schoss die Schwäne spät zum Sieg.  © Roger Petzsche / PICTURE POINT

Als Oliver Fobassam (41.) nach Freistoß vermeintlich zum 1:0 einköpfte, ging schon die Torhymne los, doch das Schiedsrichter-Gespann entschied auf Abseits. Enge Kiste!

Dafür, dass es für beide Teams nur noch um die goldene Ananas ging, wurde ziemlich viel geboten. Und Rico Schmitt jagte ja bekanntlich noch seinen eigenen Rekord. Mit den Kickers Offenbach hatte der 57-Jährige einmal 30 Heimspiele in Folge nicht verloren und konnte diese Bestmarke mit Zwickau ebenfalls erreichen, sofern die Erfurt-Partie nicht verloren ging.

Hätte vielleicht nochmal jemand Lennert Möbius einschärfen müssen, bevor dieser den Ball zu leicht an Ugondu (47.) verlor. Der RWE-Knipser dadurch links am Strafraumeck blank und mit dem Auge dafür, dass Lucas Hiemann zu weit vor seinem Kasten stand - 0:1.

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Sonny Ziemer danach mit starker Rettungstat auf der Linie gegen Assibey-Mensah (57.) und im eigenen Ballbesitz dem Distanzknaller (59.), den Otto an die Latte ablenkte. Sezers Abschluss wurde wegen Abseits abgepfiffen.

Die Ereignisse überschlugen sich nun. Til Schwarz zog und zerrte an Martens, der sich dann direkt vor den Augen von Referee Johannes Schipke zu der Dummheit hinreißen ließ, mit dem Ellenbogen nach hinten auszuschlagen. Rot für Zwickaus Hitzkopf (63.).

Auch Schwarz ging wenig später vorzeitig duschen, nachdem er eine klare Torchance per Hand verhindert hatte. Luca Prasse (79.) vom Punkt eiskalt. Marc-Philipp Zimmermann (82.) drehte die Partie. Zwickau das 30. Heimspiel in Serie ungeschlagen. Wahnsinn!

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 32 59:27 68
2 FC Carl Zeiss Jena 32 61:35 66
3 FSV Zwickau 32 49:41 61
4 Hallescher FC 32 58:34 60
5 FC Rot-Weiß Erfurt 32 63:43 58
6 VSG Altglienicke 32 48:39 49
7 Chemnitzer FC 32 51:48 47
8 BFC Preussen 32 48:53 47
9 1. FC Magdeburg II 32 53:46 46
10 FSV 63 Luckenwalde 32 35:43 42
11 Hertha BSC II 32 44:56 39
12 SV Babelsberg 03 32 60:58 38
13 BSG Chemie Leipzig 32 40:46 37
14 BFC Dynamo 32 42:48 36
15 Greifswalder FC 32 36:42 34
16 ZFC Meuselwitz 32 42:58 32
17 FC Eilenburg 32 33:60 23
18 Hertha 03 Zehlendorf 32 26:71 14

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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