Wie bei Frick-Abschied: Schiri gibt FSV-Legende "Zimbo" Gelb-Rot
Zwickau - Marc-Philipp Zimmermann (36) hielt nach Abpfiff freudestrahlend die Gelbe und Rote Karte, die ihm Schiri-Assistent Eugen Ostrin gegeben hatte, in die Kamera und zeigte sie den anwesenden Journalisten in der Mixed-Zone der GGZ-Arena. Was auf den ersten Blick etwas überraschend klingt, war eine ganz feine Geste des Unparteiischen. Er hatte die Ampelkarten zuvor mit einer Grußbotschaft versehen.
So hatte Ostrin auf die Gelbe Karte geschrieben: "Zimbo, wir haben schon etliche 'Schlachten' geschlagen. So viele Male sind wir aneinandergeraten. Wir kennen uns bestimmt schon über 15 Jahre. Heute ist alles vergessen."
Auf der Roten Karte fuhr der Referee fort: "Ich wünsche Dir für die Zukunft alles, alles erdenklich Gute. Du bist ein verdammt guter Kopfballspieler, aber lass die Hände unten :-). Eugen."
Zimmermann, der gegen Chemie Leipzig sein allerletztes Punktspiel für die Schwäne bestritt und dieses besondere Spiel mit seinem 52. Pflichtspieltreffer im FSV-Trikot krönte, zeigte sich hinterher in der Mixed-Zone sichtlich bewegt.
Er sagte: "Das ist sensationell, wenn man nicht nur von Mannschaftskollegen oder Trainern, sondern auch von einem Schiedsrichter so einen Respekt bekommt. Das ist sehr schön."
"Gelb-Rot" als Abschied? Das kennt auch Ex-FSV-Spieler Davy Frick
Vor ihm wurde bereits Davy Frick (36) diese besondere Ehre zuteil. Er bekam bei seinem letzten Spiel vor zwei Jahren ebenfalls "Gelb-Rot" von Ostrin.
"Die beiden Karten hängen bei mir im Bilderrahmen an der Wand. Wenn mir ein Schiedsrichter so etwas schenkt ...", musste Frick von TAG24 darauf noch mal angesprochen herzhaft lachen.
Frick, der sich während seiner Laufbahn so manches Wortgefecht mit den Unparteiischen lieferte, dazu mit einem kleinen Augenzwinkern: "Und meine Beziehungen zu Schiedsrichtern kennt man ja. Wir standen eher auf Kriegsfuß. Ich hatte dann natürlich nicht so einen riesigen Text drauf."
Titelfoto: Montage: Picture Point/Gabor Krieg, FSV Zwickau/Daniel Sacher