Hertha BSC und das merkwürdige Verhalten eines Arminen in der Hauptstadt
Berlin - Es war schon eine kuriose Szene, die Hertha BSC kurz vor Schluss doch noch den 1:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld beschert hat - die Alte Dame hat das Geschenk mit Kusshand angenommen.
Aus diesem Grund bezeichnete Stefan Leitl (49) den Dreier bei der anschließenden Pressekonferenz zwar als "glücklich", betonte aber gleichzeitig, dass der "der Sieg hochverdient" gewesen sei.
Mehr als 90 Minuten lang hatten sich die Berliner zuvor die Zähne an den Gästen aus Ostwestfalen ausgebissen, waren immer wieder am bärenstarken DSC-Keeper Jonas Kersken (26) oder am eigenen Unvermögen gescheitert.
In der Nachspielzeit deutete sich dann bereits an, dass die Berliner weiterhin ungeschlagener Tabellenführer der 2. Bundesliga bleiben werden - dass es am Ende doch noch zum Sieg reichen würde, dachten zu diesem Zeitpunkt wohl nur noch die wenigsten im weiten Rund.
Und doch gab es noch einmal eine Ecke für die Hausherren und plötzlich ertönte ein Pfiff von Schiedsrichter Cristian Ballweg (31), der sofort und unmissverständlich auf den Punkt zeigte.
Bielefelds Maximilian Großer (25) verstand die Welt nicht mehr, fühlte sich selbst gefoult. Um dem Referee zu signalisieren, dass er festgehalten wurde, stürzte er mit weit ausgebreiteten Armen in Richtung Ball und bekam dabei selbigen an den Arm.
Bielefeld-Coach Oliver Kirch will Schuld für Last-Minute-Pleite nicht "restlos" beim Schiri suchen
Freilich kann man eine solche Körperhaltung nicht als "natürlich" bewerten. Folgerichtig musste Ballweg auf Strafstoß entscheiden, denn ein Foul sah er in der Entstehung offenbar nicht.
Oliver Kirch (44) bewertete die Situation im Nachgang ein wenig anders: "Also man sieht natürlich, dass Groß(er) da im Vorfeld gezogen wird, auch relativ lange, dass er sich richtig losreißt, deswegen die Arme nach oben reißt", analysierte der Arminen-Coach die Szene.
Es sei eine strittige Situation gewesen, die im Mittelfeld durchaus auch schon als Foul gewertet worden sei. Dennoch wollte er die Schuld für die Last-Minute-Pleite nicht "restlos" beim Schiri suchen. Seine Spieler hätten "den letzten Eckball nicht zulassen dürfen" und "diesen Eckball auch einfach besser verteidigen können", räumte er ein.
Und so bedankte sich Josip Brekalo (28) am Ende für eines der seltsamsten Elfmeter-Geschenke der jüngeren Vergangenheit in den deutschen Fußballoberhäusern, wobei der Hertha-Kapitän bei der Ausführung sogar noch ein wenig Glück hatte, denn Kersken hatte auch beim Strafstoß seine Finger im Spiel.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

