Hertha-Star Zeefuik wollte ausgewechselt werden: "Wie spielst du denn gerade?"

Berlin - Am Ende konnte auch Pal Dardai (47) wieder lachen. Hertha BSC war den Temperaturen angemessen eiskalt vor dem Tor, schoss den Aufsteiger aus Elversberg mit 5:1 ab. Ganz so deutlich, wie das Ergebnis es ausdrückt, war der Spielverlauf allerdings nicht.

Deyovaisio Zeefuik (25, r.) erwischte gegen Elversberg einen durchwachsenen Nachmittag.
Deyovaisio Zeefuik (25, r.) erwischte gegen Elversberg einen durchwachsenen Nachmittag.  © Soeren Stache/dpa

Im ersten Durchgang verteidigte die Alte Dame regelrecht vogelwild, lud den Tabellensechsten zu Toren ein, allen voran Deyovaisio Zeefuik (25). Der Niederländer erlebte einen durchwachsenen Nachmittag, hatte gleich zweimal Glück, dass Elversberg aus seinen beiden Katastrophen-Pässen kein Kapital schlagen konnte.

Im Gegensatz zu Marc Oliver Kempf (28) blieb Zeefuik nach dem Seitenwechsel jedoch auf dem Feld, obwohl er selber angezeigt habe, rauszuwollen.

"Ich habe ihn gemahnt. Wenn er nicht vernünftig ins Spiel kommt, wechseln wir ihn aus. Dann meinte er erstmal: 'Warum?'. 'Warum? Wie spielst du denn gerade?", berichtete Dardai auf der Pressekonferenz von dem Dialog.

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Sein Worte schienen gefruchtet zu haben. Der 25-Jährige biss sich rein, eroberte die Bälle. "Dann hatte er drei, vier richtig gute Aktionen, davon haben wir sogar ein Tor gemacht", nahm Dardai die Leistungssteigerung wohlwollend zur Kenntnis, bis sich wieder der Schlendrian einschlich: "Dann hat er wieder so einen Fehlpass gespielt. Er hat gesagt: 'Okay, jetzt komm ich runter'." Dann meinte ich: 'Nein, jetzt bleibst du drauf'."

Zeefuik machte auf der Sechs ein starkes Spiel

Es war die richtige Entscheidung. Dardai brachte zwar mit Michal Karbownik (22) einen neuen Linksverteidiger, Zeefuik rutschte stattdessen ins zentrale Mittelfeld. "In der zweiten Halbzeit hat er als Sechser ein überragendes Spiel gemacht. Das spricht für ihn."

Der Niederländer wird daher aller Voraussicht nach auch am Mittwoch im Pokal gegen den HSV (20.45 Uhr/Sky) spielen. Nur die Position ist noch offen, da auch Karbownik viel Schwung brachte. "Als Fußballer spielst du zwei, drei schlechte Pässe, aber darfst dich nicht verstecken. Wenn du dich versteckst, spielst du nächste Woche nicht", so Dardai.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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