Berlin - Hertha BSC bleibt die Mannschaft der Stunde! Die Berliner holen sich mit einem verdienten 2:1 bei Dynamo Dresden die Tabellenführung zurück. Es ist der sechste Sieg im sechsten Spiel.
Eine Szene sorgte aber für Irritationen: In der 57. Minute erzielte Oluwaseun Adewumi (21) das vermeintliche Siegtor. Die butterweiche Flanke von Josip Brekalo (28) auf den zweiten Pfosten verwertete der Österreicher mit dem Kopf.
Dann aber meldete sich der VAR. Adewumi soll ganz leicht mit dem Arm dran gewesen sein, sich wohl selber angeköpft haben. Auf den TV-Bildern ist das nicht eindeutig zu erkennen. Schiri Christian Dingert (46) verkündete über die Stadionmikrofone, dass der Treffer nicht zählte - ohne sich die Bilder anzusehen.
Das muss er auch nicht. Die Regeln sind eindeutig. Ist der Torschütze bei oder unmittelbar vor der Torerzielung mit der Hand am Ball, zählt der Treffer nicht.
Leitl wollte es dennoch nicht wahrhaben, schaute nach einem kurzen Blick aufs iPad nur fragend zum Schiedsrichter. "Bei dem aberkannten Tor war es aus meiner Sicht kein Handspiel von mir", sagte Adewumi bei Sky. "Ich war in dem Moment geschockt, dachte, es wäre eine hundertprozentige Sache."
Es erinnerte ein wenig an eine ähnliche Szene vor zwei Jahren. In Darmstadt erzielte Jon Dagur Thorsteinsson (27) endlich sein erstes Tor für die Berliner, doch weil der VAR die Lupe auflegte und bei der Ballannahme ein Handspiel erkannt haben wollte, zählte das Tor nicht. Es wäre die Führung gewesen, stattdessen aber kippte das Spiel und Hertha verlor am Ende mit 1:3.
Doppelpacker Thorsteinsson wird zum Hertha-Helden
Das hätte den Berlinern, die vor allem in der zweiten Hälfte einen extrem dominanten Auftritt (27 Torschüsse) hinlegten, auch in Dresden passieren können. Diese Hertha aber ist eine andere Hertha. Sie trotzen allen Widrigkeiten.
Nur vier Minuten vor Adewumis aberkanntem Tor ließ Sturmhoffnung Gustaf Nilsson (29) bereits die Riesenchance zur Führung liegen. Der Schwede musste nur noch ins leere Tor einschieben, geriet aber leicht in Rücklage und brachte das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern übers Tor zu heben. Ein Fehlschuss, der in allen Jahresrückblicken auftauchen wird.
Erst zur Pause gekommen, hätte er zum Helden werden können. Stattdessen aber können sich die Berliner bei Thorsteinsson bedanken, dass die Siegesserie weitergeht. Erst besorgte der Isländer, der diesmal auf der Zehn spielte, mit einem überlegten Flachschuss gegen die Laufrichtung von Keeper Tim Schreiber (24) aus der Distanz den Ausgleich, dann fasste er sich in der 80. Minute wieder ein Herz. Diesmal mit Schmackes. "Ich trainiere diese Schüsse mit Andreas Menger", verriet der 27-Jährige sein Erfolgsgeheimnis.
Spiel gedreht! Dabei erwischte die Alte Dame einen eher schwierigen Start. Sie hatten so ihre Probleme mit dem Dresdner Pressing. Die Folge: der frühe Rückstand durch Ex-Hertha-Talent Patrice Covic (19). Dann aber fand Hertha immer besser in die Partie. "Wir haben keine schlechte, aber auch keine gute erste Hälfte gespielt und kommen trotzdem zurück", lobte Leitl.
"Ich finde schon, dass wir in dieser Saison immer wieder Widerstände hatten und diese Widerstände überwunden haben", betonte Leitl. Die Serie spiegele im Moment vieles wider, "was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben".
Tabelle 2. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Hertha BSC | 6 | 17:7 | 18 | |
| 2 |
|
1. FC Nürnberg | 6 | 16:6 | 16 | |
| 3 |
|
1. FC Heidenheim | 6 | 14:12 | 13 | |
| 4 |
|
VfL Wolfsburg | 6 | 15:8 | 11 | |
| 5 |
|
1. FC Kaiserslautern | 6 | 6:4 | 11 | |
| 6 |
|
1. FC Magdeburg | 6 | 11:9 | 10 | |
| 7 |
|
FC Energie Cottbus | 6 | 14:13 | 8 | |
| 8 |
|
FC St. Pauli | 6 | 8:8 | 7 | |
| 9 |
|
VfL Bochum 1848 | 6 | 5:6 | 7 | |
| 10 |
|
Hannover 96 | 6 | 7:9 | 7 | |
| 11 |
|
VfL Osnabrück | 6 | 9:12 | 7 | |
| 12 |
|
SpVgg Greuther Fürth | 6 | 9:11 | 6 | |
| 13 |
|
Arminia Bielefeld | 6 | 10:12 | 5 | |
| 14 |
|
Karlsruher SC | 6 | 6:12 | 5 | |
| 15 |
|
Eintracht Braunschweig | 6 | 12:13 | 4 | |
| 16 |
|
Holstein Kiel | 6 | 7:10 | 4 | |
| 17 |
|
SG Dynamo Dresden | 6 | 8:14 | 4 | |
| 18 |
|
SV Darmstadt 98 | 6 | 5:13 | 4 | |
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.