Hertha wie ein Spitzenteam: Fabian Reese kann kommen
Berlin - 28 von 30 Punkten! Diese Hertha ist einfach der Wahnsinn. Fast alle Stars sind weg und doch eilt die Alte Dame in der 2. Liga von Sieg zu Sieg. Auch in Kaiserslautern (3:0) bestand Hertha die Reifeprüfung.
Bei den Roten Teufeln - vor dem Spiel immerhin Tabellendritter und mit erst vier Gegentoren - präsentierten sich die Berliner im Stile einer Spitzenmannschaft.
Sie mussten die Anfangsphase zwar überstehen, blieben aber bei sich, fanden dann besser ins Spiel - und schlugen gleich zu. Ausgerechnet Sebastian Grönning (29), der überraschend den Vorzug vor Luca Schuler (27) erhielt, erzielte die Führung.
Im Pokal vergab er noch zwei Riesen, gegen Kaiserslautern aber war der Däne auch nach dem Seitenwechsel zur Stelle. "Ab diesem Zeitpunkt haben wir dann das Spiel komplett dominiert, machen das 3:0 und haben einfach ein fantastisches Auswärtsspiel dann gezeigt", sagte Stefan Leitl (49).
Bemerkenswert: Hertha spielte auch nach dem 3:0 weiter nach vorne, hatte genügend Chancen um noch höher gewinnen zu können. "Wir haben nie nachgelassen, waren immer präsent, haben Kaiserslautern nicht zu zur Entfaltung kommen lassen. Von daher: Riesen-Kompliment an meine Mannschaft!"
Mit dem Doppelpack beendete Grönning nicht nur die Sturmkrise - war es bis dato das Haar in der Suppe dieses perfekten Saisonstarts - sondern Hertha stellte auch noch einen 48 Jahre alten Rekord ein. Abheben wird man in Charlottenburg trotz des Siegesrausches (neun von zehn Spielen gewonnen) allerdings nicht. Die Berliner bleiben demütig.
Hertha BSC empfängt Samstag VfL Wolfsburg und Fabian Reese
"Wir rauschen nicht durch die Liga, wir müssen schon etwas leisten", sagte Leitl. "Wir wurden heute am Limit von Lautern gefordert. Es freut mich, dass wir in der Lage sind, gute Lösungen zu finden, um solche Gegner schlagen zu können."
Dennoch war das 3:0 auch ein dickes Ausrufezeichen an die Liga: Die Berliner bestehen nicht nur bei einem Aufstiegskandidaten, sondern zeigen auch noch eine der besten Saisonleistungen.
Die erste Reifeprüfung haben sie bestanden, doch nun lauert schon der nächste Härtetest: Am Samstag empfängt Hertha den VfL Wolfsburg - und Fabian Reese (28).
Erstmals kehrt der ehemalige Publikumsliebling ins Olympiastadion zurück. Es könnte ein unangenehmes Spiel werden - nicht nur wegen der erwarteten Pfiffe: Hertha ist bereit fürs nächste Topspiel!
Titelfoto: Thomas Frey/dpa, Swen Pförtner/dpa

