Leitl fällt Trainingslager-Fazit: Welche Erkenntnis Hertha aus Portugal mitnimmt

Lagos (Portugal) - Sechs ereignisreiche Tage in Portugal liegen hinter Hertha BSC. Es begann mit Flug-Chaos und endete mit einer knappen Niederlage gegen Standard Lüttich. Wobei streng genommen das Trainingslager noch läuft. Erst am Samstag fliegt die Alte Dame zurück in die eiskalte Hauptstadt - nach dem Training natürlich.

Stefan Leitl (48) zieht nach fast einer Woche Trainingslager eine positive Bilanz.
Stefan Leitl (48) zieht nach fast einer Woche Trainingslager eine positive Bilanz.  © Andreas Gora/dpa

"Für uns ist alles positiv, weil wir hier Bedingungen hatten, die deutlich besser sind als jetzt in Berlin. Dementsprechend hat es sich für uns total gelohnt, hierherzukommen. Die Mannschaft war absolut leistungsbereit, hat gut gearbeitet. Wir sind im Kern nochmal enger zusammengerückt", zog Stefan Leitl (48) Bilanz.

Mit einer völlig neuen Taktik wird die Alte Dame in der Rückrunde nicht auflaufen. Sie haben ihr System gefunden, was auch die Siegesserie im Herbst gezeigt hat. Stattdessen ging es bei angenehmen 15 Grad an der Algarve vor allem um Spielformen.

"Ich sehe jetzt nicht großartige Dinge, die wir verändern müssen. Wir haben versucht, an den Themen zu arbeiten, die für die zweite Liga notwendig sind. Da wiederhole ich mich: Es geht um Intensität und wir müssen am Samstag, am 17., Intensität aufs Feld bekommen."

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Das verpatzte Testspiel wolle er nicht überbewerten - vor allem, weil die Platzverhältnisse zu wünschen übrig ließen. Ständig versprang beiden Mannschaften der Ball. Weil dazu auch noch die falsche Entscheidung getroffen wurde, schenkte sich Hertha gleich zwei Gegentore ein.

Anstatt die Kugel rauszuschlagen, wollte es der Zweitligist hinten spielerisch lösen. Das ging zweimal schief, was auch dem Trainer missfiel. "Wir erzielen ein überragendes Tor. Und machen eben dann Dinge, die man auf so einem Platz vielleicht nicht macht oder nicht machen sollte - in Form von permanenten, kurzen Spieleröffnungen."

Leitl findet Trainingszoff von Seguin und Zeefuik nicht schlimm

Den Trainingszoff von Deyovaisio Zeefuik (27, r.) und Paul Seguin sieht Stefan Leitl (48. l.) locker.
Den Trainingszoff von Deyovaisio Zeefuik (27, r.) und Paul Seguin sieht Stefan Leitl (48. l.) locker.  © Andreas Gora/dpa

Erst war es ein Fehlpass von Linus Gechter (21), dann ein unnötig entstandener Freistoß. Zwei absolut vermeidbare Gegentore. "Wir müssen in so einem Spiel einfach vermehrt lernen, auch mal einen zweiten Ball zu spielen, Dinge zu überspielen", monierte Leitl und hofft auf einen Lerneffekt, denn auch im harten Winter dürften auf die Berliner schwierige Platzverhältnisse warten.

"Dann musst du auch dein Spiel anpassen. Wenn ich dann immer nur in meinem Trott bleibe, bin ich schnell ausrechenbar - und das wollen wir ja nicht sein."

Mangelndes Feuer kann man seiner Elf zumindest nicht vorwerfen. Da kann es auch mal untereinander krachen, wie Deyovaisio Zeefuik (27) und Paul Seguin am Donnerstag eindrucksvoll zeigten. Leitl schmiss das Duo kurzerhand aus dem Training, doch auch im Hotel stritten sie lautstark weiter.

Hertha im Trainingslager: Alte Dame auf Kurs Berlin
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Wie die Testspiel-Pleite wollte der Chefcoach auch diese Szene nicht überbewerten: "Es war ja mehr eine Lappalie als irgendwas anderes. Die Jungs sind rausgegangen, weil ich spielen wollte. Und wenn man spricht und schnattert, dann kann man nicht spielen. Also müssen sie raus und wir konnten spielen. Aber es ist alles gut. Das gehört dazu."

Eine Woche vor Rückrundenauftakt ist Hertha jetzt schon auf Betriebstemperatur. Das können sie gut gebrauchen. Statt milder Temperaturen erwartet die Alte Dame in Berlin Minusgrade.

Titelfoto: TAG24/Johannes Kohlstedt, Andreas Gora/dpa

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