Berlin - Mit ihm ist Hertha BSC ein echter Volltreffer gelungen. Bei Augsburg ohne Chance, spielt Mads Pedersen (30) so, als würde er schon jahrelang bei der Alten Dame kicken. Erst kurz vor dem Deadline Day verpflichtet, stand der Däne in Braunschweig sofort in der Startelf.
Er profitierte zwar von der Rotsperre von Deyovaisio Zeefuik (27). Den Stammplatz aber gibt der Linksverteidiger so schnell nicht wieder her. Zwei Tore konnte er schon vorbereiten, jetzt klappte es beim 2:1 gegen Fürth mit dem Premierentreffer.
Sehenswert haute Pedersen die Kugel aus spitzem Winkel mit dem Außenrist in die lange Ecke. "Ich habe Josip gesagt, komm gib mir einen Ball und dann schieße ich ihn rein. Heute haben wir das gemacht. Einfach geil", erklärte der Torschütze.
Es war der Brustlöser eines schwierigen Spiels. Nur drei Minuten zuvor versetzte Omar Sillah (23) mit dem vermeintlichen 0:1 den Zuschauern im Olympiastadion einen herben Dämpfer, doch der VAR erkannte eine hauchzarte Abseitsstellung. Der Treffer zählte nicht. Stattdessen machte sich Pedersen auf den Weg in den gegnerischen Strafraum.
"Beim Tor kann man natürlich auch dann davon sprechen, dass wir mit Gustaf Nilsson dann Stürmer auf dem Feld haben, der den Ball sensationell festmacht", lobte Stefan Leitl (49). Josip Brekalo (28) nahm schließlich den hinterlaufenden Pedersen mit. "Dann musst du auch erstmal mit dem Außenriss die Tasche so treffen. Es war schon auch sehr, sehr schön gespielt."
Hertha BSC gewinnt jetzt auch solche Spiele: "Sorry, schlecht gespielt, aber Tor gemacht"
Fast noch bemerkenswerter aber fand der Coach seine Ehrlichkeit: "Was halt echt cool ist, er kommt und sagt: 'Hey Coach, sorry, schlecht gespielt, aber Tor gemacht. Das bringt's dann auf den Punkt. Es war jetzt wirklich vielleicht das schwächste Spiel von ihm, aber er macht natürlich ein überragendes Tor", so Leitl.
Pedersen stand dabei nicht alleine da. Greuther Fürth machte es den Berliner nicht nur in der 62. Minute mit dem aberkannten Tor schwer. "Fürth hat es auch gut gemacht, aber wir müssen in den Spiegel schauen", vermisste Pedersen ein paar Prozent.
Es spricht allerdings für Hertha, dass sie auch ein Spiel gewinnen, dass dann doch eher glücklich war. Die Mannschaft hat nicht zum ersten Mal in dieser Saison Widerstandsfähigkeit bewiesen. "Das passiert ein bisschen zu oft, dass wir einen extra Push brauchen. Wir müssen schneller in unser Spiel kommen und bei unserer Qualität bleiben", so Pedersen.
Beim FC Augsburg hatten sie keine Verwendung mehr für den Dänen, in das neue Spielsystem der Berliner passt Pedersen hingegen perfekt. "Er ist der Spieler, den wir wollten, den ich wollte, mit seiner individuellen Qualität, mit seiner Art zu spielen", erklärte Leitl.
Nur was er den Teamkollegen nach seinem Premierentreffer spendiert, weiß der 30-Jährige noch nicht: "Vielleicht eine Nachspeise."