Hamburg - Das brachte das Fass endgültig zum Überlaufen: Ransford Königsdörffer (24) sorgte beim 0:5-Debakel des HSV gegen den 1. FSV Mainz 05 für den unrühmlichen Schlusspunkt eines aus Sicht der Hamburger völlig desaströsen Tages.
In der Nachspielzeit - die Partie war längst entschieden - traf der einstige Aufstiegsheld der Rothosen zum Endstand. Anstatt sich bei der Rückkehr ins alte Wohnzimmer verhalten über das Tor zu freuen, jubelte der Angreifer ausgiebig: Er rutschte auf den Knien in Richtung Tribüne und legte sich anschließend provozierend die Hände an die Ohren.
Das Pfeifkonzert im ausverkauften Volksparkstadion war ohrenbetäubend - und auch einige HSV-Spieler gaben ihrem ehemaligen Teamkollegen deutlich zu verstehen, was sie von dessen ausschweifendem Jubel hielten.
"Ich fand schon, er hat extrem gejubelt. Ich finde es nicht gut, dass er das so vor unseren Fans macht, da gehe ich dazwischen", erklärte Kapitän Nicolai Remberg (26) wenige Minuten später in der Mixed Zone. Noch auf dem Platz hatte "Rambo" das Gespräch mit Königsdörffer gesucht.
Gleichzeitig nahm der Mittelfeldakteur seinen ehemaligen Mitspieler auch ein wenig in Schutz. Dieser habe während seiner Zeit in Hamburg "viel abbekommen", was mitunter "echt unter der Gürtellinie" gewesen sei, so Remberg. "Das kam vielleicht bei ihm ein bisschen raus", mutmaßte der HSV-Leader.
HSV-Fans fluten Social Media von Ransford Königsdörffer mit Hass
Anders als Remberg hatten die Fans für das Verhalten des gebürtigen Berliners überhaupt kein Verständnis - nicht nur im Stadion, sondern auch in den Sozialen Medien bekam Königsdörffer den Hass der Rothosen-Anhänger zu spüren.
So sammelten sich unter dem jüngsten Instagram-Post des Stürmers schnell wüste Beschimpfungen und anderweitige Entgleisungen. "Ich hoffe, du reißt dir alle Bänder", "Menschlicher Autounfall" oder "Kleine Ratte" waren in den Kommentaren unter anderem zu lesen.
Und HSV-Coach Merlin Polzin (35)? Der kochte die Diskussionen um den Jubel-Eklat seines ehemaligen Schützlings ganz schnell herunter. "Wir haben heute ganz, ganz andere Probleme", betonte der Trainer mit Blick auf den katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft.
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Augsburg | 2 | 7:1 | 6 | |
| 2 |
|
SC Freiburg | 2 | 5:1 | 6 | |
| 3 |
|
Borussia Dortmund | 2 | 5:2 | 6 | |
| 4 |
|
SV 07 Elversberg | 2 | 7:5 | 6 | |
| 5 |
|
1. FSV Mainz 05 | 2 | 5:0 | 4 | |
| 6 |
|
FC Bayern München | 2 | 5:1 | 4 | |
| 7 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 2 | 6:3 | 3 | |
| 8 |
|
RB Leipzig | 2 | 4:3 | 3 | |
| 9 |
|
VfB Stuttgart | 2 | 5:6 | 3 | |
| 10 |
|
SV Werder Bremen | 2 | 4:5 | 3 | |
| 11 |
|
1. FC Köln | 2 | 4:6 | 3 | |
| 12 |
|
SC Paderborn 07 | 2 | 0:1 | 1 | |
| 13 |
|
Eintracht Frankfurt | 2 | 4:7 | 1 | |
| 14 |
|
FC Schalke 04 | 2 | 0:3 | 1 | |
| 15 |
|
1. FC Union Berlin | 2 | 3:7 | 1 | |
| 16 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 2 | 4:6 | 0 | |
| 17 |
|
Borussia Mönchengladbach | 2 | 3:7 | 0 | |
| 18 |
|
Hamburger SV | 2 | 0:7 | 0 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.