Nur Notlösung? HSV-Trainer Baumgart war für Ex-Vorstand Boldt nicht erste Wahl

Hamburg - Er war nicht erste Wahl! Seit Mitte Februar ist Steffen Baumgart (52) Trainer beim Hamburger SV, dabei wollte Ex-Sport-Vorstand Jonas Boldt (42) jemand ganz anderen in den Volkspark holen.

Ex-HSV-Sport-Vorstand Jonas Boldt (42, l.) wollte Steffen Baumgart (52) gar nicht holen.
Ex-HSV-Sport-Vorstand Jonas Boldt (42, l.) wollte Steffen Baumgart (52) gar nicht holen.  © Marcus Brandt/dpa

Wie das Abendblatt berichtete, standen drei Übungsleiter höher in der Gunst des 42-Jährigen als der jetzige HSV-Coach. Allen voran Bo Svensson (44), mit dem Boldt bereits im Winter mehrere Gespräche geführt haben soll, um auf eine Walter-Entlassung reagieren zu können.

Svensson selbst war im November 2023 beim FSV Mainz 05 zurückgetreten, wollte anschließend aber eine mehrmonatige Pause einlegen. Daher kam es zu keiner Übereinkunft, auch wenn Boldt es zu einem späteren Zeitpunkt erneut versucht haben soll. Zur neuen Saison kehrt der 44-jährige Däne nun wieder zurück auf die Fußball-Bühne, als Trainer von Union Berlin.

Neben Svensson stand noch ein Name auf der Liste, der es mittlerweile zum HSV geschafft hat, allerdings in anderer Funktion: Stefan Kuntz (62). Boldt wollte den ehemaligen U21-Nationaltrainer bis zum Saisonende installieren, doch der lehnte ab.

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Also entschied sich der Ex-Sport-Vorstand nach dem Walter-Rauswurf Mitte Februar für die Interimslösung mit Merlin Polzin (33), der für fünf Spiele vorgesehen war. Boldt wollte sich damit Zeit verschaffen und erneut bei Svensson anklopfen.

Neuer HSV-Sport-Vorstand Stefan Kuntz steht hinter Trainer Steffen Baumgart

Stefan Kuntz (62) sollte eigentlich als Trainer kommen, jetzt ist er Sport-Vorstand.
Stefan Kuntz (62) sollte eigentlich als Trainer kommen, jetzt ist er Sport-Vorstand.  © Marcel von Fehrn/Eibner-Pressefoto/dpa

Weil der Druck im Volkspark aber direkt nach dem 2:2 bei Hansa Rostock gestiegen war, musste der 42-Jährige handeln. Neben einem weiteren Kandidaten tauschte sich Boldt intensiv mit Baumgart aus und verpflichtete ihn schließlich mangels Alternativen.

Das Ende ist bekannt. Der HSV rutschte unter seinem jetzigen Coach vom dritten auf den vierten Platz ab und geht somit in eine siebte Zweitliga-Saison. Boldt musste gehen, für ihn kam Kuntz - aber eben nicht als Trainer, sondern als neuer Sport-Vorstand.

Und der machte direkt bei seiner Antrittsrede klar, dass er das Ziel Aufstieg gemeinsam mit Baumgart angehen werde. "Er hat noch keine Chance gehabt, eine Vorbereitung zu machen und seine Vorstellungen zu Transfers zu äußern", hatte Kuntz bei seiner Vorstellung erklärt. "Ich empfand es auch nicht als HSV-like, den Trainer infrage zu stellen."

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So gehen die Rothosen also gemeinsam mit Kuntz und Baumgart in die nächste Saison, die am 29. und 30. Juni mit dem Leistungstest beginnt.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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