Faules Ei zu Ostern: Dienstältester Zweitliga-Coach vor Rauswurf

Karlsruhe - Der Karlsruher SC hat Christian Eichner (43) über Ostern offenbar ein ganz faules Ei finden lassen: Medienberichten zufolge trennt sich der Zweitligist im Sommer von seinem Trainer.

Bekam Christian Eichner (43) zu Ostern das Ende seiner Amtszeit geschenkt?
Bekam Christian Eichner (43) zu Ostern das Ende seiner Amtszeit geschenkt?  © Marc Schüler/dpa

Das vermeldeten zunächst die Badischen Neuesten Nachrichten und anschließend auch Bild übereinstimmend. Demnach haben sich die Verantwortlichen am Wildpark über die Feiertage zusammengesetzt und den Abgang des 43-Jährigen beschlossen.

Ex-Profi Eichner durchlief als Spieler selbst die KSC-Jugend und war anschließend ab 2005 vier Jahre in 137 Einsätzen für die erste Mannschaft am Ball. Nach seiner aktiven Karriere sammelte er seine ersten Trainer-Sporen dann auch beim Bundesliga-Gründungsmitglied, ehe er 2020 das Chefcoachamt von Alois Schwartz (59) übernahm.

Mit sechs Jahren ist der frühere Linksverteidiger damit der dienstälteste Zweitliga-Trainer, mit weitem Abstand gefolgt von Bielefelds Mitch Kniat (40, zwei Jahre und neun Monate).

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Unter der Regie des gebürtigen Sinsheimers schnupperte Karlsruhe immer wieder an den Aufstiegsrängen, doch meistens ging der Atem aus, zum großen Sprung reichte es nie.

In der aktuellen Spielzeit wurde dem KSC die rabenschwarze Phase im November und Dezember zum Verhängnis, in der das Team fünf Partien am Stück verlor und schließlich etwa zweieinhalb Monate ohne Liga-Erfolg blieb.

In diese Zeit fiel auch die völlig überraschende und ziemlich unrühmliche Trennung von Eichners Assistent Zlatan Bajramovic (46), die der Verein nach neunjähriger Zusammenarbeit kurz vor der Pleite in Paderborn Anfang Dezember bekannt gab. Offiziell begründete Karlsruhe den Schritt mit der sportlichen Ausrichtung, wobei lediglich der Austausch des Co-Trainers aber zumindest ungewöhnlich erschien.

Folgt Tobias Strobl beim Karlsruher SC auf Christian Eichner?

Tobias Strobl (35) soll als Eichner-Nachfolger beim KSC im Gespräch sein.
Tobias Strobl (35) soll als Eichner-Nachfolger beim KSC im Gespräch sein.  © Julius Frick/dpa

Weitere Erklärungen lieferte der KSC bis heute nicht, ließ Eichner die Situation damals stattdessen selbst auf Pressekonferenzen abmoderieren. Die Mannschaft reagierte mit einem Protest auf der Weihnachtsfeier, ihr Coach bezeichnete die Lage seinerzeit als "herausforderndsten Moment für alle".

Zuletzt gelangen immerhin drei Siege aus den vergangenen drei Duellen, aber es schleichen sich wiederholt blamable Auftritte wie beim 1:5 in Nürnberg oder der 0:3-Pleite bei Kaiserslautern dazwischen.

Am vergangenen Wochenende musste man sich mit 0:1 auf Schalke geschlagen geben. Aktuell steht der 9. Tabellenplatz zu Buche. Eichners Vertrag läuft eigentlich noch bis Sommer 2027.

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Einen Nachfolger soll Karlsruhe laut BNN ebenfalls schon auf dem Zettel haben. Demzufolge würde der Klub gern Tobias Strobl (35) nach Baden lotsen.

Der 35-Jährige mischt mit dem SC Verl in dieser Saison die 3. Liga auf, steckt als Tabellenvierter mitten im Aufstiegsrennen und musste dabei am Sonntag in Ulm (0:1) einen Rückschlag hinnehmen.

Der gebürtige Ingolstädter trainierte zuvor bereits die zweite Mannschaft des FCI, den FC Schweinfurt 05 sowie die Reserve des FC Augsburg.

Titelfoto: Marc Schüler/dpa

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