Berlin - Das nennt man Einstand nach Maß! Julian Kügel stand vier Tage nach seinem Wechsel in der Startelf des 1. FC Lokomotive Leipzig und steuerte beim 3:2 (3:1) bei Tasmania Berlin zwei Vorlagen bei. Doch der Meister begann einmal mehr unkonzentriert und zitterte hinten raus unnötig.
Bereits in der 6. Minute lagen die Probstheidaer hinten: Der über 90 Minuten saustarke Shean Mensah flankte in seinem 100. Regionalliga-Spiel von außerhalb des Strafraums. Die Kugel flog über Andreas Naumann hinweg und senkte sich ins lange Eck - 1:0 für den Aufsteiger.
Nach einer Viertelstunde lief im Neuköllner Werner-Seelenbinder-Sportpark aber alles für Lok. Erst ging Kügel im Zweikampf mit Steffen Eder zu Boden, woraufhin Schiedsrichter Florian Markhoff Elfmeter gab. Den verwandelte Farid Abderrahmane sicher in die Mitte zum 1:1 (16.).
Nur vier Minuten später fiel Kügel wieder gegen Eder hin. Markhoff pfiff Freistoß. Und da der Kapitän letzter Mann war, musste er vom Platz (20.). Die Überzahl nutzten die Gäste frühzeitig: Auf Vorlage des Ex-Ingolstädters Kügel, der 88 Mal in der 3. Liga zum Einsatz gekommen war, netzte Verteidiger Filip Kusic in Stürmermanier zum 2:1 ein (26.).
Und nach einer starken Naumann-Parade bei einem Konter gegen 1:0-Torschütze Mensah erhöhte der FCL: Dorian Cevis' Ecke faustete Elias Höftmann nicht entschieden genug weg und direkt zu Djamal Ziane, der am langen Pfosten per Direktabnahme zum 3:1 traf (42.).
Jamilu Collins und Erich Berko spielen für Tasmania Berlin - Abdulkadir Beyazit packt 2:3-Anschluss
Das enttäuschende 1:2 gegen Hertha BSC II vor einer Woche schien gegen den schlechtesten Bundesligisten aller Zeiten aus den Köpfen zu sein.
Allerdings verpasste das Team von Torsten Ziegner, den Vorsprung auszubauen. Und so kamen die Tasmanen, bei denen Erich Berko (143 Zweitliga-Spiele) und der 30-fache nigerianische Nationalspieler Jamilu Collins aufliefen, sogar noch mal gefährlich zurück.
Während die offensiven Einwechslungen von Ricky Bornschein und Artur Mergel nicht zündeten, knipste Neuzugang Abdulkadir Beyazit: Volley nahm er an der Strafraumgrenze den Ball, der erneut über Naumann hinweg ins Gehäuse flog - nur noch 2:3 (78.).
Der Meister machte es in seiner rund 70-minütigen Überzahl unnötig spannend, fuhr gegen die Schießbude der Liga aber dennoch mit drei Auswärtspunkten zurück nach Leipzig.