Völlig irre Partie in Jena: Wieder Rote Karte, Spieler kaputt - aber Lok Leipzig siegt trotzdem!
Jena - Spektakuläre Partie am Sonntagnachmittag in der Regionalliga Nordost! Lok Leipzig hat sich trotz langer Unterzahl ein 2:1 (1:1) beim FC Carl Zeiss Jena erkämpft. Die Blau-Gelben hatten viel Pech im ersten Durchgang, kassierten in Person von Jan-Philipp Stein erneut eine Rote Karte und müssen vermutlich auch länger auf einen weiteren Verteidiger verzichten. Doch die Gäste gaben sich nie auf und entführten letztendlich drei wichtige Punkte.
Großes Thema schon in der ganzen Saison bei den Sachsen: Die individuellen Abwehrfehler, die in der Regel direkt zu Gegentreffern führen. Und in der vierten Minute passierte Rückkehrer Farid Abderrahmane eben so einer in der Rückwärtsbewegung.
Nach dem Ballgewinn schaltete Jena sofort um, spielte über mehrere Stationen in den Strafraum und Luca Wollschläger schloss ab. Den ersten Versuch konnte Keeper Jonas Wendlinger noch abwehren, den anschließenden Kopfball nicht.
Wie geschockt war Blau-Gelb? Fast nicht. Nur drei Zeigerumdrehungen später glich Eren Ötürk nach starker individueller Leistung gegen drei Verteidiger links unten aus.
Die Partie beruhigte sich nach den wilden ersten Minuten dann etwas. Die Gäste waren optisch das leicht bessere Team. Spätestens Mitte des ersten Durchgangs wurde der Druck auf den FCC immer größer.
Zu den wirklich zwingenden Abschlüssen kam die Loksche aber nicht. Die vielen Standards liefen allesamt ins Leere. Ganz anders als bei den Hausherren, die nach einer Ecke von links durch Elias Löder das vermeintliche 2:1 machten. Doch weil es zuvor einen Schubser im Strafraum gab, zählt der Treffer nicht.
Dann kam es aber ganz dick für die Leipziger. Zunächst musste Lukas Wilton verletzungsbedingt runter und kurz danach bekam der zweite Innenverteidiger Stein die Rote Karte, weil bei einem Zweikampf mit Löder sein Bein viel zu hoch war (44.).
Lok Leipzig macht gegen Carl Zeiss Jena das 2:1 in Unterzahl
Vermutlich haben die meisten nach Wiederanpfiff damit gerechnet, dass Jena nun das Spiel macht. Doch ganz anders, Lok drückte und belohnte sich mit dem 2:1. Abderrahmane eroberte den Ball im Mittelfeld und schloss nach kurzem Antritt ab. Den Abpraller nach der Torwart-Abwehr schnappte sich Ayodele Adetula und verwandelte ihn links unten (49.).
Das war irre, was Blau-Gelb machte. Es wirkte teils so, als hätten die Leipziger einen Mann mehr auf dem Rasen. Erst nach etwa einer Stunde veränderten sich die Kräfteverhältnisse auf dem Platz.
Jena drückte nun, erarbeitete sich mehrere Chancen, die aber teils sträflich liegengelassen wurden.
Robin Hintz auf der Trainerbank der Sachsen musste reagieren, brachte unter anderem Jonas Arcalean und Ricky Bornschein. Die 8909 Zuschauer durften sich jedenfalls auf eine spannende Schlussphase freuen.
Die Hausherren taten sich schwer, hatten aber definitiv ihre Abschlüsse und wären mit etwas Präzision auch zum Ausgleich gekommen, weil Lok in Unterzahl eben nicht alles wegverteidigen konnte. Mit allem, was die Elf von Ziegner aber hatte, retteten sie die knappe Führung aber über die Ziellinie. Arcalean in der 90. Minute und Bornschein in der vierten Minute der Nachspielzeit hätten sogar für das 3:1 sorgen können, scheiterten aber frei vor dem gegnerischen Keeper.
Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

