Von Tom Bachmann
Leipzig - Tatjana Haenni (59) hat sich für die ersten drei Jahre ihrer Amtszeit als Geschäftsführerin von Fußball-Bundesligist RB Leipzig drei klare Ziele gesetzt.
Der Klub soll lokal tiefer verankert werden und eigene Talente sollen es endlich in die Bundesliga-Mannschaft schaffen.
"Wir müssen unsere Einnahmesituation verbessern. Wir haben noch nicht alle VIP-Bereiche ausgebucht, es gibt Luft beim Ticketing, Merchandising und auch im Sponsoring", sagte die 59-Jährige der "Sport-Bild".
Zur Finanzierung des Klubs ist die Qualifikation für die Königsklasse alternativlos, will man nicht jedes Jahr die besten Spieler verkaufen.
"Aus finanzieller Sicht ist die Champions League essenziell für uns. Wenn wir das nicht erfüllen, haben wir bei der Kaderplanung eine andere Ausgangslage", sagte die Schweizerin, die seit 1. Januar in Leipzig ist.
Innerhalb von drei Jahren könnte Leipzig auch Meister werden. Diese Wette würde sie - wie einst Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz (†78) - mit Bayern-Patron Uli Hoeneß (74) abschließen. Beim Einsatz wäre sie "bei einem Franciacorta, einem italienischen Schaumwein. Ich wette aber nicht gerne, ich überzeuge lieber mit Taten."
Haenni trifft Klopp: "Musste erstmal rausfinden, ob er das wirklich ist"
Etwas skurril verlief ihr Kennenlernen mit Jürgen Klopp, dem globalen Fußball-Chef von Red Bull: "Nachdem klar war, dass ich nach Leipzig gehe, bekam ich eine Nachricht im Sinne von: 'Hallo, Jürgen Klopp hier. Ich freue mich. Wollen wir mal quatschen?' Ich musste erst mal herausfinden, ob er das wirklich ist."
Später folgte dann ein Video-Anruf "als ich mitten in Zürich unterwegs war und an einer Straßenecke stand. Ich fand es sehr beeindruckend, dass er von sich aus anruft."
Sie glaubt zudem an einen Verbleib von Klopp im RB-Kosmos, nachdem es zuletzt Gerüchte über einen Abgang im Sommer gegeben hatte. "Ich habe 0 Indikatoren, dass er uns verlässt. Ich wünsche mir, dass wir ihn weiterhin als Berater und Experten heranziehen dürfen."