Nunez-Gala und Blaswich-Patzer: RB Leipzig geht gegen den FC Liverpool unter

Leipzig - Härtetest nicht bestanden! RB Leipzig hat das zweite Spiel der Vorbereitung nicht für sich entscheiden können und am Donnerstagabend gegen den FC Liverpool mit 0:5 (0:1) in der heimischen Red Bull Arena verloren.

Prall gefüllte Red Bull Arena. Die Vorfreude auf die Partie war vor dem Anpfiff deutlich zu spüren.
Prall gefüllte Red Bull Arena. Die Vorfreude auf die Partie war vor dem Anpfiff deutlich zu spüren.  © Picture Point / Roger Petzsche

In der achten Minute ging der Vertreter aus der Premier League durch Mohamed Salah mit 1:0 in Führung. Darwin Nunez verwandelte in der 49. Minute einen Elfmeter zum 2:0. Nur zwei Minuten später schob er zum 3:0 ein. Der Uruguayer hatte aber noch nicht genug: In der 68. Minute erzielte er sogar sein drittes Tor zum 4:0. Kurz vor dem Abpfiff traf er schließlich mit seinem vierten Tor zum 5:0-Endstand.

Rasenball-Trainer Domenico Tedesco wechselte gegenüber dem 3:1-Erfolg über den FC Southampton auf vier Plätzen. Mohamed Simakan, Dani Olmo, Christopher Nkunku und Benjamin Henrichs starteten für Emil Forsberg, Lukas Klostermann, Konrad Laimer und Sanoussy Ba.

Liverpool-Coach Jürgen Klopp tauschte im Vergleich zum 2:0-Testspielerfolg gegen Crystal Palace auf sieben Positionen. Nur Adrian im Tor, Ibrahima Konate, Roberto Firmino und Luis Diaz blieben der Startelf erhalten.

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Beide Klubs hatten im Zuge des Wechsels von Naby Keita 2017 ausgemacht, bei diesem Test in Bestbesetzung anzutreten. Der Blick auf die Aufstellungen machte klar, dass dieses Versprechen eingehalten wurde.

Entsprechend qualitativ ging es auch gleich von Beginn an zur Sache. Beide Mannschaften scheuten von der ersten Minute an keinen Zweikampf. Die Reds waren in der Anfangsphase das ballbestimmende Team und schafften es mit tollen Kombinationen immer wieder in die Nähe von Peter Gulacsi zu kommen.

Nicht verwunderlich, dass es nach acht Minuten bereits das erste Mal klingelte. Die Gastgeber bekamen einen Ball nicht vom Strafraum weg. Kurz vor dem Sechzehner spitzelte Firmino die Kugel zum völlig freistehenden Mohamed Salah, der das Leder aus kurzer Distanz nur flach links an Gulacsi vorbeischieben musste - 1:0 für die Gäste.

Das ging schnell: In der achten Minute konnte der FC Liverpool das erste Tor erzielen.
Das ging schnell: In der achten Minute konnte der FC Liverpool das erste Tor erzielen.  © Picture Point / Roger Petzsche

Mit dieser Aufstellung startete RB Leipzig ins Testspiel gegen den FC Liverpool

Mit dieser Elf ging der FC Liverpool gegen RB Leipzig ins Rennen

RB Leipzig versuchte den frühen Schock zu verarbeiten

Dem Angriffsspiel der Roten Bullen fehlte es an Tempo. Meist war der Vertreter aus der Premier League einen Schritt schneller unterwegs.
Dem Angriffsspiel der Roten Bullen fehlte es an Tempo. Meist war der Vertreter aus der Premier League einen Schritt schneller unterwegs.  © Picture Point / Roger Petzsche

Erst nach dem Gegentreffer kamen auch die Sachsen besser ins Spiel, ohne dabei jedoch zunächst gefährlich zu werden. Doch gerade Alexander Sörloth, der den Vorzug vor Andre Silva erhalten hatte, fiel im letzten Drittel durch die ein oder andere falsche Entscheidung auf.

Nach 20 gespielten Minuten war klar: Dem Bundesligisten fehlte es noch etwas an Geschwindigkeit im Angriffsspiel. Die Reds waren gefühlt immer einen Schritt schneller, sodass Keeper Adrian vorerst einen recht entspannten Arbeitstag hatte.

Bezeichnend: Nach 26 Minuten schaffte es Henrichs zum ersten Mal auf der rechten Seite durchzubrechen. Seine Flanke landete bei Angelino, der sich völlig frei, aber lieber für eine Flanke in den Strafraum entschied, anstatt abzuschließen. Somit schlitterte die Kugel nur ins Toraus.

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In der Folge bekam die Partie mehr und mehr Testspielcharakter. Die Engländer taten mit der Führung im Rücken nicht mehr als nötig. Den Rasenballern fehlte es an Ideen, um gegen gut sortierte Liverpooler eine Lücke zu finden. Falls es doch einmal klappte, wie durch Dominik Szoboszlai in der 39. Minute, scheiterten die Hausherren an der eigenen Ladehemmung. Denn statt den Abschluss zu suchen, vertendelte auch der Ungar das Ding schon kurz vor dem Strafraum.

Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde es richtig gefährlich vor dem Gästetor: Nach einer Flanke tauchte der Spanier Angelino wieder völlig frei auf der linken Seite auf. Dieses Mal entschied er sich für den Torversuch. Sein strammer Schuss ging allerdings gut einen Meter über den Kasten (41.). Danach versuchten es eine Minute vor der Halbzeit auch Nkunku und Olmo mal. Der Franzose scheiterte an Adrian, Olmo spendierte den RB-Fans auf der Tribüne einen Spielball.

RB Leipzigs Christopher Nkunku blieb gegen die stark verteidigende Liverpooler Hintermannschaft komplett blass.
RB Leipzigs Christopher Nkunku blieb gegen die stark verteidigende Liverpooler Hintermannschaft komplett blass.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

RB Leipzigs Blaswich mit Horror-Einstand

Viererpack in der zweiten Halbzeit: Darwin Nunez konnte sich gleich drei Mal in die Torschützenliste eintragen.
Viererpack in der zweiten Halbzeit: Darwin Nunez konnte sich gleich drei Mal in die Torschützenliste eintragen.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Die zweiten 45 Minuten begannen ähnlich katastrophal für die Hausherren wie die ersten. In der 47. Minute bekamen die Roten Bullen einen Einwurf nicht verteidigt. Kurz vor dem Tor riss der frisch eingewechselte Janis Blaswich Luis Diaz von den Beinen - Elfmeter.

Den fälligen Strafstoß versenkte Darwin Nunez gekonnt in die linke Torhälfte (49.).

Den Rasenballern tat die Halbzeit offenbar gar nicht gut. Liverpool war hellwach und nahm die RB-Abwehr auch zwei Minuten später komplett auseinander. Wieder ging es schnell durch die Mitte. Trent Alexander-Arnold schob den Ball schließlich locker flockig zu Nunez, der flach links am chancenlosen Gulacsi ins Toreck vorbeischob - 3:0.

Auch in der Folge zeigten die Reds den Leipzigern ihre Grenzen auf. Viel zu leicht gelangen Kombinationen in den Strafraum. Nach zahlreichen Wechseln, die beide Trainer Mitte der zweiten Halbzeit vornahmen, passte gerade beim Bundesligisten immer weniger zusammen.

Und gerade der Uruguayer Nunez hatte richtig Lust. In der 68. Minute dribbelten sich die Gäste erneut fast unbedrängt durch die Leipziger Hintermannschaft. Harvey Elliott schob schlielich im Strafraum quer sodass Nunez mit der Fußspitze rankam und ins linke untere Eck traf - jetzt wurde es richtig bitter für die Sachsen.

Komplett gaben sich die Rasenballer aber nicht auf, obwohl die Niederlage schon besiegelt war. Der eingewechselte Emil Forsberg probierte es in der 80. Minute aus kurzer Distanz, verfehlte sein Ziel aber knapp links.

Für den Schlusspunkt sorgte kurz vor dem Abpfiff schließlich noch einmal Nunez, der nach einem schönen Konter über die linke Seite einen Flachschuss direkt an Blaswich vorbei in die rechte untere Ecke zimmerte.

Am Ende ein völlig verdienter Sieg für die Reds, die mit etwas Konsequenz das Ergebnis sogar noch deutlich in die Höhe hätten schrauben können. Schließlich blieb es beim 5:0 und der Tatsache, dass gut zwei Wochen vor dem Ligastart noch eine Menge Arbeit auf Trainer Tedesco wartet.

Zwei Nummern zu groß: Der FC Liverpool war am Donnerstagabend ein zu harter Gegner für die Roten Bullen.
Zwei Nummern zu groß: Der FC Liverpool war am Donnerstagabend ein zu harter Gegner für die Roten Bullen.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Für die Roten Bullen geht es übernächstes Wochenende im Supercup gegen den FC Bayern München weiter. Der LFC hingegen reist am morgigen Freitag ins Trainingslager und trifft am 27. Juli im Testspiel auf Red Bull Salzburg.

Titelfoto: Bildmontage: PICTURE POINT / S. Sonntag

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