Essen - RB Leipzig bleibt auswärts ein Rätsel. Auch beim Drittligisten Rot-Weiss Essen lieferte der Bundesligist am Dienstagabend zumindest 45 Minuten lang einen absoluten Peinlich-Auftritt im DFB-Pokal ab. In Rückstand und in Unterzahl drehten die Gäste aber nach Wiederbeginn auf und schafften durch einen Doppelpack von Christoph Baumgartner mit dem 2:1 (0:1) doch noch die Wende.
Wie vor zwei Jahren beim letzten Aufeinandertreffen im Pokal beim gleichen Gegner gingen die Sachsen schon früh in Rückstand.
Nach einem viel zu kurzen Rückpass von Castello Lukeba rutschte Keeper Orjan Nyland zu allem Überfluss auch noch weg. Offensivmann Lucas Brumme schnappte sich das Leder, umkurvte den Leipzig-Schlussmann rechts und schob ins leere Tor ein (9.).
Der vermeintliche Favorit versuchte die Ruhe zu bewahren und so zu tun, als wäre man nicht in Rückstand. Zumindest sah es so aus, denn es gab nicht viel Bewegung und keine Offensivszenen beim Team von Trainer Martin Demichelis.
Die beiden schnellen Außenbahnspieler Antonio Nusa und Brajan Gruda, die der Coach zunächst auf der Bank gelassen hatte, fehlten merklich. Es war wirklich ein schwacher Auftritt gegen engagierte Essener, die natürlich ihre Chance witterten.
Den Gästen fiel wirklich gar nichts ein. Essen-Tormann Jakob Golz hätte in der ersten Halbzeit eigentlich auch frei nehmen können. Man muss sogar sagen, dass der Drittligist näher dran war am zweiten Tor.
Und kurz vor dem Pausenpfiff kam es noch dicker für die Rasenballer. Nicolas Seiwald, der wenig zuvor wegen eines taktischen Fouls die Gelbe Karte bekommen hatte, sah nach einem Zweikampf auch noch die zweite Karte und somit den Platzverweis (44.). Zehn Leipziger mussten jetzt das Spiel retten.
RB Leipzig geht in Unterzahl in die volle Offensive - und wird belohnt
Demichelis reagierte vor dem Wiederbeginn, brachte Neil El Aynaoui und Gruda für Rocco Reitz und Andrija Maksimovic. Besser wurde es aber zunächst nicht wirklich, RB nahm den nötigen Pokalkampf-Modus nur marginal an.
Immerhin kamen die Gäste jetzt aber zumindest hin und wieder in die Nähe des gegnerischen Kastens, ohne dabei jedoch die große Gefahr zu versprühen. In der 62. Minute kamen Nusa und Christoph Baumgartner, RB mit voller Offensive wollte sich jetzt gegen das drohende Aus stemmen - und das klappte.
Die Leipziger kamen endlich zu Chancen. Baumgartner (63.) und Willi Orban (67) verpassten knapp den Ausgleich.
Nach 78 Zeigerumdrehungen fiel den Sachsen aber ein riesiger Stein vom Herzen - Baumgartner machte das 1:1 nach starker Vorlage von Nusa, der links mehrere Verteidiger stehen gelassen hatte und dann noch das Auge für den Österreicher hatte, der unmittelbar vor dem Kasten wartete und netzte.
Und nur vier Minuten später war es wieder Baumgartner, der per Kopf nach einem Freistoß das 2:1 machte. In Unterzahl drehte RB die Partie durch die Wechselspieler.
Jetzt lief die Uhr für die Gäste, die am Ende auch noch vier Minuten Nachspielzeit überstehen mussten. Das gelang, ein umkämpfter Sieg.
Für RWE geht es am kommenden Sonntag in der Liga bei der SG Sonnenhof Großaspach weiter, die heute ebenfalls im Pokal-Einsatz waren. RB muss schon am Samstag in der Bundesliga beim FC Schalke 04 ran.