Abheben verboten! Aber Dynamo-Boss Gonther will nicht auf die Bremse treten

Windischgarsten (Österreich) - "Team, Staff, die Mitarbeiter, Fans und Gremien: Ich erlebe seit Winter wirklich eine große Geschlossenheit. Ich erlebe eine absolute Ruhe, und die ist sehr positiv", sagt Dynamos Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39) im Camp in Windischgarsten. Viel hat dabei mit seiner Person zu tun. Und das bei seinem dritten Anlauf in Dresden. Das will er gar nicht so hören.

Freut sich, dass sich auch Fans bei ihm entschuldigt haben: SGD-Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39).  © Picture Point/Gabor Krieg

"Das ist keine One-Man-Show, da gehören alle dazu, wirklich alle", erklärt der 39-Jährige. Trotzdem: Es läuft seit Januar, das lässt sich nicht verleugnen. Als Spieler hatte er es schwer in Dresden, auch aufgrund eines Kreuzbandrisses. Er ging nach nur zwei Jahren 2019 nach Aue. 2024 bewarb er sich als Nachfolger von Ralf Becker (55) als Sportgeschäftsführer, Thomas Brendel (50) wurde ihm vorgezogen.

Den Fehler behob der Aufsichtsrat im Dezember 2025, als er Brendel entließ und wieder Kontakt zu Gonther aufnahm. Was hat ihn bewogen, sich noch einmal zu bewerben?

"Zurückzublicken ist kein guter Ratgeber im Fußball. Ich schaue nur nach vorn", so Gonther: "Als mich Michael Born angerufen hat, dass sie mich zum Gespräch bitten, habe ich natürlich überlegt, weil am Ende war meine Situation in Kassel und als TV-Experte ja auch nicht so verkehrt. Ich habe ehrlicherweise Aufsichtsratschef Michael Ziegenbalg gesagt, ein drittes Mal komme ich nicht."

Dynamo Dresden Dynamo-Dresden-Blog: Köstlich! Yelldell entnervt seinen Chef

Verbindungen nach Dresden hatte er immer. Auch als Veilchen wohnte er in der Stadt, machte bei Dynamo seinen Trainerschein. Abgeschlossen war das Kapitel SGD für ihn nie. "Und so ist es, glaube ich, im Fußball oft. Manchmal gehen Türen zu, dafür gehen andere Türen auf. Manchmal gehen sie später auf", sagt Gonther.

Anzeige

Sören Gonther bleibt trotz Euphorie am Boden

Freude pur im Team nach dem geschafften Klassenerhalt im Mai: (v.l.) Co-Trainer Manuel Klökler (51), Stephan Zimmermann (Geschäftsführer Finanzen), Sportchef Sören Gonther (beide 39), Trainer Thomas Stamm (43) und der damalige Co-Trainer Heiko Scholz (60).  © Lutz Hentschel

Dass ihm im Winter Skepsis entgegenschlug, war für ihn normal: "Ich habe natürlich registriert, dass es den einen oder anderen Gegenwind gab, was ja auch völlig okay ist. Vielleicht hätte ich an deren Stelle auch so gedacht."

Und dann drehte sich durch seine Arbeit genau jener Wind in seine Richtung: "Es war natürlich entspannt, die ein oder andere Entschuldigung jetzt im Sommer mal zu hören, wo Leute tatsächlich auch ehrlich waren und gesagt haben: 'Boah, hätte ich nicht gedacht, und ich war total dagegen, aber gefällt mir, was du machst.' Ist natürlich immer schön zu hören."

Mit der Rückrunde und der laufenden Transferperiode stieg die Euphorie im Dynamoland - dank ihm und allen Mitstreitern. Kaum einer redet mehr nur vom Klassenerhalt. Gonther bekommt das mit.

Dynamo Dresden Festhalten! Dynamo-Profis stellen sich der Höhen-Challenge

"Ich werde nicht auf die Bremse treten. Für uns geht es nur darum, im Fokus und klar zu bleiben. Wenn es zu rosarot wird, dann macht man meist die größten Fehler. Das wird uns nicht passieren", hebt er nicht ab und auch sonst keiner bei Dynamo.

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: