Dynamo ist immer noch tief in seinem Herzen: Cristian Fiél bricht nach Aus bei Hertha BSC sein Schweigen

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Dresden - Fünf Jahre als Spieler, 108 Begegnungen für Dynamo Dresden, ein Film zum Abschied, Co-Trainer der "U19", Trainer der "U17", Interimstrainer für einige Tage und dann selbst knapp zehn Monate Cheftrainer. Cristian Fiél (46) hat alles erlebt bei der SG Dynamo. Bei "Schwarz-Gelb, der Dynamo-Podcast" am Dienstag im Rudolf-Harbig-Stadion hat er sich erstmals überhaupt zu seinem Trainerdasein geäußert. 

Cristian Fiél (46, l.) sprach am Dienstag beim "Schwarz-Gelb, der Dynamo-Podcast" erstmals wieder öffentlich nach seinem Aus als Trainer bei Hertha BSC im Februar 2025.
Cristian Fiél (46, l.) sprach am Dienstag beim "Schwarz-Gelb, der Dynamo-Podcast" erstmals wieder öffentlich nach seinem Aus als Trainer bei Hertha BSC im Februar 2025.  © SG Dynamo Dresden

Seine Dynamo-Zeit hat ihn fürs Leben geprägt. "Das ist mein Herzensverein. Weil da Dinge dabei waren, die du in keinem Drehbuch hättest besser schreiben können. Da gehört auch dazu: 'Ihr habt eine Stunde Zeit, die Stadt zu verlassen.' Alles in allem war es sehr besonders. Wer kann das schon sagen, dass er bei einem Verein sowohl als Spieler [als auch] als Trainer arbeiten durfte?" In Dresden nach der Wende bisher nur "Fiélo".

Als Spieler 2011 auf- und 2014 abgestiegen, als Trainer am 28. Februar 2019 Maik Walpurgis beerbt, die Klasse gehalten, in der Folgesaison nach 15 Spieltagen am 1. Dezember nach einem 1:2 daheim gegen Kiel entlassen. Nun sprach er darüber.

"Ich habe meinen Fußballlehrer gemacht. Mittwochs war die letzte Prüfung. Donnerstag habe ich dann die Mannschaft trainiert. Und ich habe zu meiner Frau noch gesagt: 'Dir muss bewusst sein: Wenn wir das jetzt machen, dann geht unsere Zeit hier irgendwann mal zu Ende.' Das ist einfach so", erinnerte sich der 46-Jährige.

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"Ja, ein Moment, den ich nie vergessen werde. Auf der anderen Seite war für mich ganz klar, ey, diese Chance bekommst du vielleicht nur einmal. Und deshalb war dann auch nicht mehr viel mit Überlegen, ich wollte das machen."

Der "Capitano" bei seinem Abschied mit seiner Ehefrau Diana (47).
Der "Capitano" bei seinem Abschied mit seiner Ehefrau Diana (47).  © Picture Point
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Cristian Fiél bereut nichts, würde aber vieles heute anders machen

Fiéls Herz hängt definitiv nur an einem Verein und der heißt Dynamo Dresden.
Fiéls Herz hängt definitiv nur an einem Verein und der heißt Dynamo Dresden.  © Lutz Hentschel

Mit Dynamo schaffte Cristian Fiél noch den Klassenerhalt. Die Saison 2019/2020 sollte dann anders laufen. Ab dem 5. Spieltag stand Dresden auf einem Abstiegsplatz.

"Heute würde ich vieles anders machen. Ich könnte jetzt fünf Sachen sagen, die mir so nicht noch mal passieren würden. Aber dass du daraus lernst, dass du dich entwickelst, müssen sie ja passieren. Und deshalb war alles gut, so wie es war."

Viele kritisierten damals, dass er seine Mannschaft überfrachtet hat, zu viel wollte. "Du hast ja eine Idee im Kopf, okay? Und natürlich gleichst du die Idee mit den Spielern ab, die du hast. Weil, das ist halt, was in meinem Kopf, was in meinem Herzen ist. Und für mich war klar, wenn ich Trainer werde, dann mit einer Idee von dem Spiel. Es hat halt nicht so funktioniert. Und deshalb ging dann auch die Zeit zu Ende", so Fiel, der aber keinen Tag bereut. "Wenn ich das nicht gemacht hätte, dann würde ich ja heute hier sitzen und denken, wie das hätte laufen können."

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Die Zeit danach war schwer für ihn, wie er zugab. "Das war sehr hart. Wenn du so einer bist wie ich, der dann auch viel nachdenkt, viel auch bei sich sucht. Ich bin schon jemand, der dann reflektiert. Und dann kam Corona. Oh mein Gott, das hatte mich komplett umgebracht."

Danach ging es für ihn ab 2021 als "U23"-Trainer beim 1. FC Nürnberg weiter, 2023/2024 war er Cheftrainer, ehe er im Sommer 2024 weiterzog zu Hertha BSC. Mitte Februar 2025 wurde er dort entlassen.

Dass er bis jetzt nicht wieder bei einem Verein untergekommen ist, liegt auch daran, dass es sich für ihn richtig anfühlen muss. Einige Angebote gab es, doch das passende war nicht dabei. "Es muss mich glücklich machen", betont er.

Titelfoto: Bildmontage: SG Dynamo Dresden, Lutz Hentschel

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