Dresden – Irgendwann musste es ja doch passieren! Nach den ersten Gegentoren in der Vorbereitung kassierte Dynamo Dresden auch die erste Niederlage – ausgerechnet aber gegen den Ostrivalen Energie Cottbus. Im ersten von zwei 90-Minuten-Tests am Samstag hieß es 2:1 (1:1) für die Lausitzer - und das mit 22 Spielern, die so wohl auch in zwei Wochen zum Zweitliga-Start auflaufen könnten und werden. Spiel zwei ging mit 2:1 gewonnen.
"Wir wollten das Spiel gewinnen, sind aber nicht gut reingekommen", erklärte Dynamos Kapitän Niklas Hauptmann. Er führte im ersten Spiel mit Tim Schreiber, Jonas Sterner, Thomas Keller, Friedrich Müller, Alesander Rossipal, Nicolai Rapp, Robert Wagner, Ben Bobzien, Jakob Lemmer und Vincent Vermeij zehn weitere Mann aufs Feld, die nicht wirklich frisch rüberkamen.
Der Aufsteiger aus der Lausitz war von Beginn an irgendwie zielstrebiger, wirkte ein wenig frischer und hatte dadurch auch mehr Aktionen im Spiel nach vorn. Schon in der 4. Minute muss eigentlich die Führung her, als Tolcay Cigerci den freien Moritz Hannemann im Strafraum bediente. Der köpfte aber aus fünf Metern drüber.
Dynamo offensiv harmlos, plötzlich aber mit 1:0 in Führung. Ben Bobzien (33.) über links mit der Vorarbeit für Vincent Vermeij, der trocken ins kurze Eck traf. Tor Nummer 38 für die SGD in der Vorbereitung.
Energie mit der schnellen Antwort und Dynamos erstem Gegentor im fünften Vorbereitungsspiel. Lukas Michelbrink (34.) zog von der Strafraumkante ab und hatte Glück, dass sein Schuss unhaltbar abgefälscht wurde. Hauptmann: "Das Zentrum war nicht gut genug geschlossen, dann ist das Gegentor zu einfach."
Hauptmann und Wagner verpassen Chancen zum Ausgleich
Danach das Team von Pele Wollitz weiter tonangebend und durch Hannemann (41.) mit der Riesenchance zur Führung. Aber Dresdens Keeper Tim Schreiber war mit der Megagrätsche zur Stelle.
"Insgesamt, glaube ich, mit dem Ball über das ganze Spiel im letzten Drittel zu unsauber. Ob das dann im Spielaufbau war, zu Beginn und dann auch im letzten Drittel, der letzte Pass: Das hat heute nicht gepasst", gab Hauptmann zu.
Logisch deswegen auch das Tor elf Minuten später: Michelbrink nach einem Eckball mit dem Kopf noch an den Pfosten, der Abpraller landete vor den Füßen von Dominik Pelivan - 2:1.
Das war der Weckruf für die Dynamo-Offensive: Erst Niklas Hauptmann (59.) im letzten Moment noch geblockt, auch acht Minuten später beim Abschluss von Robert Wagner war irgendwie noch ein Bein dazwischen.
In Spiel zwei drehte Dynamo Dresden einen Rückstand gegen Cottbus
Spiel zwei war auch nicht unbedingt besser anzusehen - und lief zunächst auch nicht gerade gut.
Nach einer Dresdner Doppelchance (28.) samt Pfostentreffer schlenzte Jannis Boziaris (37.) das Leder per Freistoß aus 22 Metern zur Cottbuser Führung ins Netz.
Energie danach mit guten Chancen, aber Dynamo mit dem Ausgleich. Eine kurz ausgeführte Ecke (53.) von Simon Straudi flankte Niklas Remus in den Strafraum, Wolfsburg-Leihe Till Neininger köpfte zum 1:1 ein.
13 Minuten später drehte Jonas Oehmichen mal ganz schlitzohrig die Partie. Aus richtig spitzem Winkel löffelte er den Ball ins kurze Triangel.
"Im ersten Spiel nicht so gut reingekommen, Basics haben gefehlt, Intensität, Zweikampfhärte. Da fand ich, war Cottbus griffiger. Und das darf uns, finde ich, nicht passieren in einem Test, wo wir wissen, das geht so Richtung Startelf", befand Thomas Stamm.
Dynamos Coach bilanzierte weiter: "Im zweiten Spiel war es ausgeglichen in der ersten Halbzeit. Sehr viel Ballbesitz, wenig Durchbrüche. Es hat uns ein bisschen Passrhythmus, Passtempo gefehlt, aber eigentlich auch nichts zugelassen, außer den Freistoß, der reingeht. Und dann aber positiv, dass wir ein Spiel drehen in der zweiten Halbzeit. Dass wir das für uns noch ziehen."
Erstmeldung um 15.59 Uhr, zuletzt aktualisiert um 18.17 Uhr