Dresden - Elb-Clasico, Kellerduell, Ostkracher, Derby oder wie auch immer man es nennen will: Dynamo Dresden gegen den 1. FC Magdeburg, da stecken jede Menge Emotionen und Leidenschaft drin. Da geht es zur Sache, auch am Samstagabend wieder!
"Alle in Schwarz nach Magdeburg" stand bei Dynamos Sieg gegen Greuther Fürth auf einem Spruchband im K-Block. Dynamos Fans werden ihre Gründe haben, wenn es um vergleichbare Outfits geht. Einer aber sicher auch: das Gedenken an Vereinslegende Hans-Jürgen Dörner (†70).
Am Montag war "Dixies" vierter Todestag, am Sonntag nach dem Spiel wäre er 75 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Andenkens laufen die Dynamos in einem fast komplett schwarzen Outfit auf, nur die Nummern und das Logo weichen davon ab. Das Sondertrikot war binnen zwölf Stunden ausverkauft, die Server der Website hatten aufgrund des Andrangs ordentlich zu kämpfen.
"Tragt dieses Trikot mit Stolz, mit Respekt und in Gedenken an Dixie", forderte Ralf Minge (65), ebenfalls Vereinslegende und Vorsitzender der Dixie-Dörner-Stiftung in einem offiziellen Video des Klubs.
"Der Ansturm ist für mich nicht überraschend. Es geht um Dixie, um die Stiftung. Natürlich sieht das Trikot auch gut aus, aber das ist insgesamt eine runde Sache", gesteht Niklas Hauptmann (29).
Dynamos Vizekapitän macht aber auch klar: "Für uns geht es darum, das Spiel im Blick zu haben." Dreimal spielte "Haupe" in seiner Karriere gegen den FCM, zweimal allerdings noch im Trikot des 1. FC Köln.
Dynamo-Kapitän Hauptmann weiß, worauf es im Ost-Kracher gegen den 1. FC Magdeburg ankommt
Beim 1:2 im Hinspiel im Rudolf-Harbig-Stadion reichte es für den 29-Jährigen nur für 33 Minuten. Trotzdem hat er Dynamos vielleicht größten Erfolg nach der Wende gegen den Ostrivalen live miterlebt.
Beim 2:2 am 16. April 2016 in Magdeburg feierte die SGD den Aufstieg in die 2. Bundesliga. "Ich habe nicht gespielt, aber ich war dabei. Deswegen sind die Erinnerungen natürlich immer noch präsent. Auch wenn man sagen muss, dass das damals alles nicht so super gelaufen ist, auch mit unseren Fans. Aber jetzt haben wir nur den Samstag im Blick."
Und da gilt es sowohl auf als auch um den Platz herum darum, einen kühlen Kopf zu bewahren, sich nicht zu sehr von der Hitze des Gefechts einnehmen zu lassen.
"Ich kann nur für uns auf dem Platz sprechen, da geht es auch darum, die richtige Mischung zu finden. Du brauchst natürlich Emotionen, die gehören zu so einem Spiel einfach dazu, die kriegst du auch nicht raus", so Hauptmann.
Er macht klar: "Es geht darum, nicht zu überdrehen. Dass so ein Derby mit Emotionen verbunden ist, ist vollkommen klar. Dass das Ganze auch in einem gewissen Rahmen bleiben sollte, ist auch vollkommen klar. Aber wir haben uns auf unseren Job zu konzentrieren. Heißes Herz und kühler Kopf, das sollten wir beherzigen und dann haben wir auch Chancen, da zu bestehen."