Ex-Dynamo-Duell: Shcherbakovski unterliegt bei Cottbus-Debüt Gollnack

Luckenwalde - Auch wenn es nur gut 26 Spielminuten waren, konnte von einem Einstand nach Maß für Dynamos früheren Jugendspieler Simon Gollnack (21) die Rede sein. Denn dem Angreifer gelang am Sonntag direkt eine faustdicke Überraschung. Sein Kontrahent war kein Geringerer als Dynamo-Leihspieler Jan Shcherbakovski (21).

Sein Debüt für Energie Cottbus hatte sich Jan Shcherbakovski (21) sicherlich anders vorgestellt.
Sein Debüt für Energie Cottbus hatte sich Jan Shcherbakovski (21) sicherlich anders vorgestellt.  © imago/Fotostand

Ja, da dürften sich einige Fans vor dem Anpfiff beim Verlesen der Mannschaftsaufstellungen die Augen gerieben haben! Denn auf dem Aufstellungsbogen tauchte mit Simon Gollnack ein Name auf, der dort zuvor nicht zu erwarten war.

Der langjährige Nachwuchsspieler von Dynamo Dresden wechselte in die Regionalliga Nordost zum FSV 63 Luckenwalde. Der Klub aus Teltow-Fläming hielt die Verpflichtung bewusst bis Anpfiff geheim, um einen Überraschungseffekt bei Gegner Energie Cottbus auszulösen.

Und das gelang. Die favorisierten Gäste, mit Dresden-Leihgabe Jan Shcherbakovski in der Startelf, verloren auch das zweite Pflichtspiel im Jahr 2023. Simon Gollnack kam in der 64. Minute für Till Plumpe (22), der per Flanke das frühe 1:0 (2. Minute) der Gastgeber vorbereitete, in die Partie.

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Ein gelungener Einstand für Gollnack und die Nuthestädter, die als letzter Klub der Regionalliga Nordost mit diesem Spiel ins Jahr starteten.

Für den emsigen Shcherbakovski, der als Rechtsaußen eingesetzt wurde, lief das Debüt im Energie-Trikot dagegen alles andere als nach Wunsch. Durch die Niederlage (0:1) verloren die Cottbuser die Tabellenführung an Rot-Weiß Erfurt.

Simon Gollnacks Weg: Über 1899 Hoffenheim und den 1. FC Magdeburg zum FSV Luckenwalde

Während seiner Zeit bei den Dynamo-Profis (2020 bis 2021) trug Simon Gollnack (21, r.) fast ausschließlich das Trainingstrikot.
Während seiner Zeit bei den Dynamo-Profis (2020 bis 2021) trug Simon Gollnack (21, r.) fast ausschließlich das Trainingstrikot.  © Lutz Hentschel

Zurück zu Gollnack. Dieser war in der Hinrunde für die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburgs in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt unterwegs und wollte sich über diesen Weg für die Zweitliga-Profis empfehlen.

Der Plan ging trotz acht Buden und sieben Vorlagen nicht auf, darum der Last-Minute-Wechsel zwei Klassen höher in die 4. Liga. Bei den Luckenwaldern unterschrieb Gollnack für eineinhalb Jahre bis 2024.

Denn den Traum vom Profidasein hat der ambitionierte Stürmer noch nicht aufgegeben. In Luckenwalde soll Gollnack laut Geschäftsstellenleiter Thomas Mill (47) das benötigte "familiäre Umfeld" vorfinden, das ihm auf vergangenen Stationen dem Vernehmen nach fehlte.

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So lassen sich auch die vielen Vereinswechsel Gollnacks erklären. Ein Jahr nach Unterzeichnung seines Profivertrags bei Dynamo wurde er zu Kooperationspartner Usti nad Labem/Tschechien verliehen. Im Sommer 2021 folgte der feste Abgang zur U23 von 1899 Hoffenheim, wo der gebürtige Weißwasseraner allerdings nicht glücklich wurde (zwei Tore, eine Vorlage) und gehen musste.

In Luckenwalde liegt für Gollnack der Fokus weiterhin voll auf Fußball, er beginnt im Gegensatz zu vielen seiner neuen Mitspieler keine Berufsausbildung, Studium oder hat sich schon ein zweites Standbein im Berufsleben erarbeitet.

Das Ziel ist für Gollnack klar: Profifußball. Für Thomas Mill hat der Stürmer auf jeden Fall "Drittliga-Potenzial".

Titelfoto: Montage: imago/Fotostand, Lutz Hentschel

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