Dynamo mit zwei Gesichtern: Anfang macht "nichts am Ergebnis fest"

Dresden - Es hat schon fast etwas von Schizophrenie. Läuft es nicht, wird oft das Gute herausgehoben. Dann denkst Du nach einem 7:1-Sieg, alles wäre super und die Stimmung könnte nicht besser sein, und Du wirst schnell eines Besseren belehrt.

Stefan Kutschke (34, 3.v.r.) ebnete mit seinem Kopfball-Tor in der 8. Minute den Weg.
Stefan Kutschke (34, 3.v.r.) ebnete mit seinem Kopfball-Tor in der 8. Minute den Weg.  © Lutz Hentschel

"Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden. Wir sind zu viel hinterhergelaufen, einzig das Ergebnis hat gepasst", bilanzierte beispielsweise Dynamos Torschütze zum 1:0, Stefan Kutschke (34).

Nach seinem frühen Führungstreffer (9.) hatten die Hausherren tatsächlich etwas den Zugriff verloren und konnten sich vor allem bei Keeper Stefan Drljaca (23) sowie Schiedsrichter Mitja Stegemann (34) bedanken, dass der Ausgleich nicht fiel. Der eine hielt zweimal bockstark, der andere verwehrte dem Halleschen FC einen klaren Strafstoß.

Christian Conteh (23, 42.) und Ahmet Arslan (28, 45.+1) sorgten dann kurz vor dem Pausenpfiff für den deutlichen Halbzeitstand.

Rechtzeitig vorm Duell beim Ex-Klub: Dynamos Zimmerschied schießt sich warm
Dynamo Dresden Rechtzeitig vorm Duell beim Ex-Klub: Dynamos Zimmerschied schießt sich warm

"Gegen den Ball hatten wir oft zu große Abstände, waren nicht kompakt. Das 3:0 zur Pause spiegelt die erste Halbzeit nicht komplett wider", gab auch Markus Anfang (48) zu.

"Wir hatten aber auch schon oft Spiele, wo wir die bessere Mannschaft waren und trotzdem hinten lagen."

Schon die Choreo zu Ehren von SGD-Legende Dixie Dörner vor dem Spiel konnte sich sehen lassen!
Schon die Choreo zu Ehren von SGD-Legende Dixie Dörner vor dem Spiel konnte sich sehen lassen!  © DPA/Robert Michael
Ahmet Arslans (28, M.) zweiter Streich: Per Kopf traf er in der 55. Minute zum 4:1.
Ahmet Arslans (28, M.) zweiter Streich: Per Kopf traf er in der 55. Minute zum 4:1.  © Lutz Hentschel
Christian Conteh (23, l.h.) blieb bei seinen beiden Toren ganz cool. Hier das 5:1.
Christian Conteh (23, l.h.) blieb bei seinen beiden Toren ganz cool. Hier das 5:1.  © Lutz Hentschel

Stefan Kutschke findet das Haar in der Suppe

Der Schlusspunkt zum 7:1 war zugleich Ahmet Arslans (28, l.) dritter Streich.
Der Schlusspunkt zum 7:1 war zugleich Ahmet Arslans (28, l.) dritter Streich.  © DPA/Robert Michael

Schon vor dem Spiel hatte Dynamos Coach versucht zu verdeutlichen, dass er das Spiel seiner Mannschaft nicht nur von Ergebnissen abhängig macht.

Denn die sprechen ja eigentlich eine deutliche Sprache: Nach den ersten 45 Minuten ist die SGD Tabellenletzter, nach dem zweiten Durchgang klarer Tabellenführer.

"Ich weiß, dass das präsent und Thema ist", so Anfang: "Das wäre mir aber zu einfach. Wir differenzieren nicht nach erster und zweiter Halbzeit, sondern versuchen nur das zu beeinflussen, was tatsächlich eintritt."

Chancenverwertung? Nicht das einzige Problem von Dynamo Dresden!
Dynamo Dresden Chancenverwertung? Nicht das einzige Problem von Dynamo Dresden!

Das haben sie mit brutaler Effektivität. Denn nach dem Wiederanpfiff und dem Anschlusstor durch Tom Zimmerschied (24, 49.) fiel man nicht in alte Muster zurück und machte erneut durch Arslan (55.) und Conteh (57.) alles klar.

Ein Eigentor von Jannes Vollert (25, 90.) und wiederum Arslan (90.+2) sorgten für den Endstand. Anfang hat's dann doch gefreut: "Was mich definitiv positiv gestimmt hat: Wir haben auch nach dem fünften Tor nicht aufgehört, haben weiter nach vorne gespielt."

Kutschke fand aber auch hier noch ein kleines Haar in der Suppe: "In der zweiten Halbzeit wollten wir zu null spielen. Das war auch eine Sache, die wir nicht geschafft haben. Nach einem 7:1 kann man sich hinstellen und sagen: Jetzt ist alles toll - aber nein, man sollte das Ganze etwas kritischer betrachten."

Titelfoto: Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: