Dynamo-Talent Müller pendelt zwischen Rasen und Tribüne, doch wie lange noch?
Dresden - Er gilt als eines der vielleicht größten Dynamo-Talente des letzten Jahrzehnts, der vergangenen Jahre aber definitiv: Friedrich Müller (20). Spielt er, überzeugt er auch meist. Trotzdem pendelt das Mega-Talent zwischen Startelf und Tribüne.
Von seinen neun Einsätzen machte Müller acht von Beginn an. Nur zweimal saß der Innenverteidiger auf der Bank. Gegen Nürnberg im November kam er nicht zum Einsatz, Mitte März gegen Münster noch für 20 Minuten.
"Grundsätzlich, um es vielleicht noch mal so transparent reinzugeben, ist es meiner Meinung nach bei einem jungen Spieler extrem wichtig, dass er Spielzeit hat", erklärt Thomas Stamm (43) seine Herangehensweise, die "weder richtig noch falsch sein muss".
Dynamos Coach geht ins Detail: "Nehmen wir das Beispiel, er steht nicht in der Startelf, da gibt es zwei Optionen: Er setzt sich auf die Bank, aber die Wahrscheinlichkeit, auf der Innenverteidiger-Position reinzukommen, ist sehr klein. Wenn er reinkommt, sind es zehn bis 20 Minuten. Es kann immer passieren, aber wir haben Backup-Lösungen", beschreibt der Schweizer Variante eins.
Doch genau für so einen Fall hat die SGD auch ihre "U21" ins Leben gerufen. "Setzt man ihn auf die Tribüne, dann muss man das anders formulieren", macht Stamm bei Variante zwei klar.
Denn: "Wenn er bei uns nicht im Kader ist, dann spielt er. Das ist für die Entwicklung des jungen Spielers extrem wichtig. Dann spürt er hoffentlich, wenn er vielleicht mal nicht im Kader ist und bei der 'U21' auf Spielzeit kommt, obwohl er sehr gut trainiert hat, dass er trotzdem die gleiche Chance hat, die Woche drauf von Beginn an bei uns zu spielen. Das ist für mich viel wichtiger für die Entwicklung des jungen Spielers."
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Ist Friedrich Müller ab nächster Saison fest im Stamm-Kader?
Ob er das spürt, ließ sich bisher nicht fragen. Denn der 20-Jährige darf noch immer nicht mit den Medien reden. Im Gegensatz zu gestandenen Spielern aber darf er nicht frei entscheiden, ob er in der "Zweiten" spielt.
"Da ist dann schon die klare Erwartungshaltung von mir, aber auch von ihm, dass er auf Spielzeit kommt. Entwicklung findet auf der Ersatzbank nicht statt", macht Stamm klar.
Nächste Saison kann das bereits ganz anders aussehen.
Die Leih-Innenverteidiger Julian Pauli (20) und Thomas Keller (26) sind quasi nicht zu halten.
Dynamos Top-Talent könnte dann bereits einen dieser Plätze einnehmen. Bereit - und das hat er gezeigt - ist er allemal.
Titelfoto: Fotomontage (2): Lutz Hentschel

