Dynamos Eisenschädel Pauli: Selbst die Erinnerungen an seinen Blackout bremsen ihn nicht

Dresden - Dynamos Eisenschädel Julian Pauli hat noch etwas länger Pause als seine Mitspieler. Als es Dienstag zur ersten Trainingseinheit nach dem 2:2 auf Schalke ging, fehlte der 20-Jährige - nach seiner Kopfverletzung aus dem Spiel eine reine Vorsichtsmaßnahme. Auch, weil der Junge aus der Vorsaison ein gebranntes Kind ist.

Nach 60 Minuten knallten Julian Pauli (22) und Schalkes Nikola Katic (29, r.) mit den Köpfen zusammen.
Nach 60 Minuten knallten Julian Pauli (22) und Schalkes Nikola Katic (29, r.) mit den Köpfen zusammen.  © IMAGO/Pakusch

Nach genau einer Stunde wurde es plötzlich still im weiten Rund. Im Dynamo-Strafraum prallten Pauli und Schalkes Nikola Katic (29) mit den Köpfen zusammen, blieben liegen und mussten behandelt werden. Für beide ging es weiter, jeder mit einem Turban am Kopf.

"Ich bin einfach zum Kopfball hochgegangen, dann hat es geknallt. Das kenne ich ja aus der vergangenen Saison", sagt Pauli, der sich damals noch im Trikot des 1. FC Köln eine schwere Gehirnerschütterung zuzog und lange ausfiel.

In Gelsenkirchen war es zumindest ein Cut: "Das war die gleiche Stelle wie damals, die Narbe ist wieder aufgegangen."

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"Ich habe Kopfschmerzen, aber sonst wird alles in Ordnung sein", so Pauli. Dass ihn die Erinnerungen an den 4. Dezember 2024 wieder einholten, war klar.

Julian Pauli erlitt einen Cut über dem rechten Auge, bekam einen Turban verpasst.
Julian Pauli erlitt einen Cut über dem rechten Auge, bekam einen Turban verpasst.  © IMAGO/DeFodi Images
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Julian Pauli war nach seinem Blackout vier Monate raus

Trotz der Verletzung spielte Julian Pauli weiter und ging in jedes Kopfballduell.
Trotz der Verletzung spielte Julian Pauli weiter und ging in jedes Kopfballduell.  © imago/Beautiful Sports

Im Achtelfinale des DFB-Pokal 2024/2025 gegen Hertha BSC erwischte es ihn auch. Damals war er im gegnerischen Strafraum unterwegs, wurde von Marton Dardai (23) erwischt.

"Klar habe ich kurz daran gedacht. Aber ich habe mich jetzt ganz anders gefühlt, damals kam der Schlag auch mehr von der Seite und nicht frontal. Ich habe auch weiter gespielt, noch einen Elfmeter verursacht. Wenn ich zurückblicke, das war ja Wahnsinn. Ich konnte nicht nach Hause finden, war orientierungslos bis zum Gehtnichtmehr", spricht er über den Blackout von vor 14 Monaten:

"Ich war dann auch vier Monate raus, hatte echt Schwierigkeiten damit. Im ersten Moment habe ich daran gedacht. Diesmal hat's nur ein bisschen gebrummt."

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Erstaunlich, dass Pauli in der Veltins-Arena auch nach seinem Cut weiterhin in jedes Kopfballduell ging, nicht zurückgezogen hat. In der ersten Hälfte war er mit allen anderen komplett oben auf. Defensiv war es die beste Halbzeit in dieser Saison. "Definitiv, bei den Schalkern ging ja gar nichts", so Pauli.

Im Dezember 2024 erwischte es Julian Pauli im DFB-Pokal schwer. Mit einer Gehirnerschütterung fiel er vier Monate aus.
Im Dezember 2024 erwischte es Julian Pauli im DFB-Pokal schwer. Mit einer Gehirnerschütterung fiel er vier Monate aus.  © imago/Nordphoto

"In der zweiten Hälfte müssen wir es dann besser machen." Aber insgesamt hatte er das mit Nebenmann Thomas Keller in der Rückrunde gut im Griff: "Wir nehmen mit, dass wir jeden schlagen können. Egal, wer auf dem Platz steht. Jetzt haben wir Blut geleckt, müssen weiter Gas geben."

Mit oder ohne Brummschädel.

Titelfoto: imago/Beautiful Sports

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