Dynamos Ralf Becker über FCK: "Fände es gut, wenn vernünftiges Wirtschaften belohnt wird"

Dresden - Zwölf Partien hat die Zweitliga-Relegation schon gesehen. Keine dürfte so traditionsreich gewesen sein wie jene 13., wenn in einer Woche der 1. FC Kaiserslautern zum Hinspiel Dynamo Dresden empfängt.

SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Becker (51).
SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Becker (51).  © Lutz Hentschel

Logisch für solch ein Duell: Es gibt im Vorfeld verbale Scharmützel. SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Becker (51) fängt damit an. Obwohl: Er spricht im Grunde nur Tatsachen an.

Er sieht die wirtschaftliche Situation der Pfälzer kritisch. Der FCK ging im Frühjahr 2020 in die Insolvenz, nutzte dabei ein vom DFB aufgemachtes Schlupfloch. Der bot in der Corona-Pandemie eine Übergangsklausel an.

Sonst gibt es bei Insolvenz neun Punkte Abzug, unter anderem für die Saison 2019/20 strich der Verband den Passus, weil es ohne Zuschauer keine Einnahmen gab. So war Kaiserslautern schuldenfrei.

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Pech für Dynamo: Die Sachsen hätten noch eine sechsstellige Summe aus dem Transfer von Lucas Röser (28) bekommen sollen. Die blieb aus.

Becker ist das ein Dorn im Auge: "Die Fans wollen, dass ihr Verein vernünftig geführt wird und eine Zukunft hat, egal, ob es sportlich mal besser oder schlechter läuft. Im Gegensatz zu anderen Vereinen setzen wir bei Dynamo nicht alles auf eine Karte, sondern denken nicht erst seit Corona solide und vernünftig", sagte er in der "Sport Bild".

Dynamo Dresden wollte im Winter Terrence Boyd verpflichten, der ging zum 1. FC Kaiserslautern

Terrence Boyd (30, r.) ging im Winter nicht zu Dynamo Dresden, sondern schloss sich dem 1. FC Kaiserslautern an.
Terrence Boyd (30, r.) ging im Winter nicht zu Dynamo Dresden, sondern schloss sich dem 1. FC Kaiserslautern an.  © Picture Point/Gabor Krieg

Das wäre auch in der 3. Liga der Fall: "Dynamo wirtschaftet vernünftig und nachhaltig. Bei uns stünde die Existenz nicht infrage. Ich fände es gut, wenn vernünftiges Wirtschaften auch sportlich belohnt wird."

Kaum schuldenfrei, lockte der FCK Spieler mit Gehältern, bei denen einige Dritt- und Zweitligisten nicht mithalten konnten. Das wiederum ärgerte Becker schon vor Monaten.

"Wenn einerseits Raten für in der Vergangenheit verpflichtete Spieler nicht gezahlt werden, dann aber gleichzeitig die Konkurrenz im Bemühen um neue Spieler mit finanziell deutlich besseren Angeboten ausgestochen wird, dann ist das nicht fair", sagte der 51-Jährige vorigen Sommer dem "kicker".

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Pikante Note dabei: Im Winter wollte Dynamo Terence Boyd (30) vom HFC verpflichten, dieser ging nach Lautern. Sicher nicht, weil die Pfalz so schön ist.

Sportlich wiederum hat für Becker diese Partie einen großen Reiz: "Es wird ein höchst spannendes Duell von zwei der größten Traditionsvereine in Deutschland. Man muss vorher wissen, dass es heiß hergehen wird und die Spiele auch im Kopf entschieden werden."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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