Dynamo gegen Hertha live: Leerer Auswärtsblock? Das bedeutet der Boykott der Berlin-Fans für heute Abend

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Dresden - Kann Dynamo Dresden den Tabellenführer unter Flutlicht ärgern? Heute Abend gastiert Hertha BSC ab 20.30 Uhr zum Top-Spiel der 2. Bundesliga im Rudolf-Harbig-Stadion.

Die Alte Dame aus der Hauptstadt fegt bislang entgegen aller Erwartungen mit der makellosen Bilanz von fünf Erfolgen aus fünf Spielen durch die Liga, während die SGD vor heimischer Kulisse den zweiten Saisonsieg feiern will.

Aufgrund der heftigen Ausschreitungen beim letzten Aufeinandertreffen im April steht die Partie natürlich besonders im Fokus.

In unserem TAG24-Liveticker versorgen wir Euch heute mit allen Infos, Highlights, Toren und Randgeschichten zum brisanten Duell.

16 Uhr: Die Bilanz spricht für Hertha BSC - und für Eigentore

Damit kommen wir nun zum Sportlichen: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass dieses Duell noch gar nicht so oft auf Pflichtspielebene ausgetragen wurde, wie man vielleicht denken mag. Erst fünfmal trafen Dynamo und Hertha nämlich aufeinander. Die Zahlen sprechen dabei eindeutig für die Alte Dame.

Vier Partien gewannen die Berliner, nur einmal verließ die Sportgemeinschaft den Platz als Sieger. In der vergangenen Saison entschied Hertha beide Spiele ohne Gegentor für sich. Im Olympiastadion setzte der Sport-Club mit 2:0 durch, in der Rückrunde stand schließlich der besagte 1:0-Erfolg zu Buche.

Dazu kommt für Berlin ein Sieg 2019 in der 2. DFB-Pokalrunde, als die damals noch von Patrice-Papa Ante Covic trainierte Mannschaft mit 5:4 n.E. triumphierte. Die allerersten Pflichtspielduelle stammen aus der Saison 2012/13. Beide Teams gewannen ihr Heimspiel jeweils mit 1:0 - und zwar jeweils durch ein Eigentor. Für Dresden traf Pierre-Michel Lasogga ins eigene Netz, für die Hertha netzte Romain Brégerie.

In der vergangenen Hinrunde trafen Michaël Cuisance (l.) und Fabian Reese beim 2:0-Sieg der Hertha im Olympiastadion.
In der vergangenen Hinrunde trafen Michaël Cuisance (l.) und Fabian Reese beim 2:0-Sieg der Hertha im Olympiastadion.  © Robert Michael/dpa

15.45 Uhr: Thomas Stamm hat mit seinen Spielern nicht erneut über das Skandalspiel gesprochen

SGD-Coach Thomas Stamm hat im Vorfeld der heutigen Partie mit seiner Mannschaft derweil nicht noch einmal über die Vorfälle im April gesprochen, wie er auf der abschließenden Pressekonferenz verriet.

"Ich finde, dass wir das komplett ausblenden. Das war kein einziges Mal Thema, weder aktiv von uns noch von den Spielern. Ein Teil der Spieler hat das ja auch gar nicht aktiv miterlebt, ein Teil schon. (...) Das kann ja auch eine Chance sein, sowohl für Hertha BSC als auch für uns. Hier auch zu zeigen, dass man ein Spiel um 20.30 Uhr mit der Atmosphäre hier auch gestalten kann, wie der Rahmen sein soll. Zu zeigen, dass der Fußball im Zentrum steht und nicht andere Dinge."

"Ich finde auch, es hat keinen Einfluss, wenn wir das aktiv thematisieren würden, sondern wir müssen uns auf ein paar andere Dinge konzentrieren", fügte Stamm an.

15.32 Uhr: Das bedeutet der Hertha-Boykott für das heutige Spiel

Die verschärften Maßnahmen, insbesondere das reduzierte Gästekontingent und die personalisierten Tickets, kamen bei den Berliner Anhängern gar nicht gut an.

Bereits Ende August haben Teile der aktiven Fanszene daher zum Boykott aufgerufen. "Lasst uns ein gemeinsames Signal senden, damit Kollektivstrafen durch die Verbände nicht erneut Einzug erhalten. Holt Euch keine Tickets für das Spiel in Dresden!", hieß es vom Förderkreis Ostkurve.

Daher werden heute nur rund 600 bis 700 mitgereiste Hertha-Anhänger erwartet. Normalerweise beträgt das Gästekontingent rund 3000 Karten, bei halber Kapazität wären also immer noch etwa 1500 Zuschauer möglich gewesen. Es werden aber wahrscheinlich deutlich weniger. Für die Alte Dame bedeutet das die kleinste Kulisse an eigenen Fans seit fast zehn Jahren. In der Saison 2017/18 waren am Adventssonntag nur 650 Fans in Augsburg dabei, seitdem kamen immer mindestens 1000 mit.

Aufseiten von Dynamo ist der Heimbereich restlos ausverkauft, die SGD erwartet also trotzdem rund 30.000 Zuschauer.

Der Auswärtsblock wird heute Abend wohl deutlich leerer als beim Spiel im April.
Der Auswärtsblock wird heute Abend wohl deutlich leerer als beim Spiel im April.  © Lutz Hentschel

15.15 Uhr: So soll es heute sicher bleiben

Trotz der Erfahrungen aus dem April ist die Partie erneut auf einen Samstagabend um 20.30 Uhr angesetzt worden. Allerdings sind die Sicherheitsorgane auf der Hut.

Die Polizei hat das Spiel in die Kategorie 1 eingestuft, es wird von einem "hohen Sicherheitsrisiko ausgegangen", wie ein Sprecher gegenüber Sport Bild erklärte. Außerdem nehme man "die Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen und insbesondere die Ereignisse rund um das Spiel der Vorsaison sehr ernst", hieß es.

Eine Maßnahme, die von beiden Clubs akzeptiert wurde, ist die Reduzierung des Gästekontingents für die beiden Begegnungen in dieser Saison auf die Hälfte sowie personalisierte Tickets. Zudem wird es heute eine erweiterte Pufferzone im RHS geben.

Die Stadt hat, wie bei Hochrisikospielen üblich, daneben auch eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Spieltag das Mitführen bestimmter Gegenstände im Bereich um das Stadion verbietet. Mit einbegriffen sind unter anderem Pyrotechnik, Messer, Arbeits- und Protektorenhandschuhe, Sturmhauben und Schlauchschals. Die Anordnungen gelten von 17.30 Uhr bis 24 Uhr im Bereich Lennéplatz, Parkstraße in westlicher Richtung bis Einmündung Zinzendorfstraße, Zinzendorfstraße in nordöstlicher Richtung über die Lingnerallee bis zur Grunaer Straße, Grunaer Straße in landwärtiger Richtung bis Straßburger Platz sowie Lennéstraße ab Straßburger Platz bis Lennéplatz.

Auch das letzte Heimspiel war ein Flutlichtspiel gegen Bochum. Heute gelten aber verschärfte Bedingungen.
Auch das letzte Heimspiel war ein Flutlichtspiel gegen Bochum. Heute gelten aber verschärfte Bedingungen.  © Lutz Hentschel

15 Uhr: Das "Skandalspiel" im April

Ohne einen kurzen Rückblick auf die Geschehnisse aus der vergangenen Saison geht es bei diesem Spiel nicht: Am 4. April 2026 wurde die Rückrundenpartie beider Vereine am 28. Spieltag von heftigen Ausschreitungen überschattet.

In der 19. Minute drangen Gästefans aus Berlin zunächst in den Innenraum ein und versuchten von dort, in den Dynamo-Block auf der Gegentribüne vorzudringen. Anschließend kam es zu Prügeleien und einer Reaktion der Dresdner Anhänger, die ihrerseits den Platz betraten. Später flog auch Pyrotechnik in die Blöcke, bis die Polizei schließlich den Rasen stürmte. Insgesamt wurden 17 Menschen verletzt. Erst nach einer längeren Unterbrechung konnte es weitergehen, Hertha gewann am Ende mit 1:0.

Für die Krawalle wurden sowohl die Hertha (152.000 Euro) als auch Dynamo (91.200 Euro) mit empfindlichen Geldstrafen belegt, der DFB brummte den Dresdnern aber auch noch eine Sperrung des K-Blocks für ein Spiel sowie für ein weiteres auf Bewährung auf. Dagegen geht die SGD bis heute juristisch vor, weshalb der Teil-Ausschluss weiterhin ausgesetzt bleibt.

Die Polizei musste beim letzten Duell beider Mannschaften den Platz sichern.
Die Polizei musste beim letzten Duell beider Mannschaften den Platz sichern.  © Lutz Hentschel
Beim letzten Aufeinandertreffen im April ging es auch sportlich zwischen beiden Mannschaften heiß her.
Beim letzten Aufeinandertreffen im April ging es auch sportlich zwischen beiden Mannschaften heiß her.  © Sebastian Kahnert/dpa

14.50 Uhr: Dynamo Dresden gegen Hertha BSC im Liveticker

Hallo und herzlich willkommen zu unserem TAG24-Liveticker zum Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo und Hertha.

Ab 20.30 Uhr rollt im RHS der Ball, vorher erfahrt Ihr bei uns alles Wichtige zur Partie.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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