Dresden - 0:3 und 2:0 - zwei klare Ergebnisse auf dem Papier. Aber waren sie es wirklich? War Dynamo in Kiel in der Liga so schlecht und gegen Schalke im DFB-Pokal so gut? Die Daten zu beiden Partien überraschen.
Natürlich, Fußball ist ein Ergebnissport. Natürlich, viele Fans sehen nur schwarz oder weiß. So war es, so ist es, und so wird es immer bleiben. Die Daten zu beiden Partien zeigen aber, wie eng alles beieinander liegt. Es entscheiden Nuancen. SGD-Trainer Thomas Stamm (43) nennt die Nuance "Effizienz".
Sie macht den Unterschied. "Wir waren sehr effizient, waren sehr klar, gerade in der Phase mit Ball. Wir haben den Mut gehabt, gegen einen Bundesligisten das Spiel übernehmen zu wollen. Im Vergleich zu Kiel waren wir deutlich effizienter. Wir hatten in Kiel die besseren Chancen", erklärt der Coach nach dem Schalke-Sieg.
Das ist nicht einfach so dahergesagt - das lässt sich anhand der Daten beweisen. Beim KSV Holstein hatte Dynamo einen sehr hohen xG-Wert von 2,21. Dieser gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass aus einer Chance ein Tor fällt. Kiel hatte 1,88.
Unterm Strich stand bei 62 Prozent Ballbesitz (!) ein bitteres 0:3 und das Gefühl eines ganz schlechten Spiels.
Dynamo Dresden mit Pokalschwung zu Hannover 96
Und nun Schalke: Dresdens xG-Wert lag gerade einmal bei 0,72 - so niedrig wie noch nie in dieser Saison. Schalke hatte, auch wenn der Eindruck ein völlig anderer war, sogar einen minimal höheren von 0,74.
Der Gast hatte 52 Prozent Ballbesitz. Und trotzdem war Dresden an jenem Pokalabend obenauf und verdienter Sieger, weil das Ergebnis eben stimmte.
Zum Thema Effektivität zurück. Dynamo hat gegenüber der starken Rückrunde jetzt oft bessere Daten als damals. Nur: Im Frühjahr hatte Dresden die beste Chancenverwertung aller Zweitligisten, jetzt im Moment die schlechteste. Das hat wiederum mentale Gründe.
In der Rückrunde hatte bei der Aufholjagd keiner etwas zu verlieren, jetzt schon. Im Pokal war Dynamo Außenseiter, konnte nur gewinnen - im Gegensatz zum Gegner.
Der Kopf entscheidet über die Effizienz. Und genau der muss am Sonntag in Hannover klar sein, um die überlebenswichtigen drei Punkte mit heimnehmen zu können.
Tabelle 2. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Hertha BSC | 9 | 20:8 | 25 | |
| 2 |
|
1. FC Nürnberg | 9 | 21:12 | 18 | |
| 3 |
|
1. FC Kaiserslautern | 9 | 9:4 | 18 | |
| 4 |
|
VfL Wolfsburg | 9 | 23:14 | 16 | |
| 5 |
|
1. FC Magdeburg | 9 | 20:12 | 16 | |
| 6 |
|
1. FC Heidenheim | 9 | 16:16 | 15 | |
| 7 |
|
FC St. Pauli | 9 | 11:9 | 12 | |
| 8 |
|
VfL Osnabrück | 9 | 14:15 | 11 | |
| 9 |
|
Arminia Bielefeld | 9 | 13:14 | 11 | |
| 10 |
|
Eintracht Braunschweig | 9 | 15:15 | 10 | |
| 11 |
|
FC Energie Cottbus | 9 | 17:18 | 10 | |
| 12 |
|
SpVgg Greuther Fürth | 9 | 12:16 | 9 | |
| 13 |
|
Holstein Kiel | 9 | 10:11 | 8 | |
| 14 |
|
VfL Bochum 1848 | 9 | 6:10 | 8 | |
| 15 |
|
SG Dynamo Dresden | 9 | 11:18 | 8 | |
| 16 |
|
Hannover 96 | 9 | 8:15 | 8 | |
| 17 |
|
Karlsruher SC | 9 | 11:20 | 8 | |
| 18 |
|
SV Darmstadt 98 | 9 | 8:18 | 8 | |
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.