Dynamo-Spieler feiern mit Bochum-Hymne, doch Stamm tritt die Euphoriebremse voll durch

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Dresden - "Bochum, ich komm' und gehe. Bochum, ich häng' an dir." Humor haben sie ja, die Profis von Dynamo Dresden. Nach dem Spiel klang "Bochum" von Herbert Grönemeyer aus der Kabine. Die Boxen waren auf laut gestellt. Die Freude über das 2:0 gegen den VfL war zu sehen und zu hören. Überall glückliche Gesichter. Na, zumindest fast. Trainer Thomas Stamm (43) trat eher auf die Euphoriebremse.

Thomas Stamm (43) hat so gar keine Lust auf verfrühte Euphorie, denn 35 Punkte werden in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reichen.
Thomas Stamm (43) hat so gar keine Lust auf verfrühte Euphorie, denn 35 Punkte werden in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reichen.  © Lutz Hentschel

Zweimal 2:0 in Folge, 22 Punkte jetzt schon in der Rückrunde geholt, das Konto insgesamt auf 35 Zähler geschraubt, einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan. Platz 11 momentan.

Aber: Stamm saß in der Pressekonferenz, analysierte das Spiel in seiner typischen Art ganz nüchtern. Von einem Lächeln im Gesicht keine Spur. "Ganz viele Leute denken, dass das Ding jetzt schon durch ist. Sie sollen sich freuen, aber es sind noch vier wichtige Spiele. Die Anzahl der Punkte wird nicht reichen", sagte er.

Er wollte gar nicht die Spaßbremse spielen, er wies nur darauf hin, dass noch nichts erreicht, noch nichts in Sack und Tüten ist.

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"Wir wollen in der Liga bleiben. Das ist entscheidend. Es ist immer ein guter Zeitpunkt, wenn man Dinge erledigt hat, geschafft hat. Das haben wir noch nicht ehrlicherweise. Wir sind hier angetreten in der zweiten Liga, um nochmal ein Jahr drin zu bleiben. Und da sind wir genau gleich weg, meiner Meinung nach, wie im Trainingslager in der Türkei. Punktetechnisch nicht. Wir haben uns ein paar Dinge erarbeitet, wir haben ein anderes Selbstverständnis, haben Selbstvertrauen. Aber das Ding ist nicht durch", erklärte er trocken.

Dass er feiern kann, das hat er im Vorjahr nach dem Aufstieg in Mannheim gezeigt. Das wird er auch wieder tun, aber erst nach getaner Arbeit. Und ein bisschen des Weges liegt noch vor ihm und seinem Team.

Dynamo Dresdens Trainer Thomas Stamm freut sich schon auf die nächste Herausforderung

Der Coach und Vizekapitän Niklas Hauptmann (29, l.) werden dafür sorgen, dass keiner denkt, dass das Ziel schon erreicht ist.
Der Coach und Vizekapitän Niklas Hauptmann (29, l.) werden dafür sorgen, dass keiner denkt, dass das Ziel schon erreicht ist.  © Lutz Hentschel

Von daher: "Freude über drei Punkte, Freude über den Heimsieg unbedingt. Aber dann wieder den Fokus legen, den wir brauchen für ein sehr, sehr schwieriges Spiel in Düsseldorf. Das ist eine Mannschaft mit unfassbar viel Qualität. Trainerwechsel, neue Energie, schwierig. Aber darauf freue ich mich. Das wird eine tolle Herausforderung am Freitag", so Stamm.

Und vielleicht läuft dann nach dem Spiel nicht "Bochum", sondern "An Tagen wie diesen", von den Toten Hosen, bekanntlich die größten Düsseldorf-Fans.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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