Dynamo verliert daheim: Aussetzer vorn und hinten

Dresden - Was ist nur los bei Dynamo? Gegen einen spielerisch limitierten, aber dafür abgezockten Gegner leistete sich Dresden hinten und vorn kapitalste Aussetzer, die einen schüttelten. Im Dauerregen verlor die SGD 2:3 (1:2) gegen Aufsteiger Elversberg.

Luca Schnellbacher (Mitte) hat gerade das 2:0 erzielt. Er und seine Elversberger Team-Kollegen jubeln. Paul Will (rechts) schlägt entsetzt die Hände vors Gesicht.
Luca Schnellbacher (Mitte) hat gerade das 2:0 erzielt. Er und seine Elversberger Team-Kollegen jubeln. Paul Will (rechts) schlägt entsetzt die Hände vors Gesicht.  © Imago / Eibner

Die beiden Treffer der Heimmannschaft erzielte Ahmet Arslan (40./90.). Diese Partie darfst du nie, aber auch wirklich nie verlieren.

"Wir haben uns gerade das zweite Tor nach einmal angeschaut. Wir wissen, was falsch war. Das darf uns nicht mehr passieren", sagte Keeper Stefan Drljaca zur Spieltagspressekonferenz über das Tor zum 1:2 in Köln.

Besserung also? Mitnichten. Die Partie war keine vier Minuten alt, da konnte Dresden eine kurze ausgeführte Ecke der Elversberger nicht verteidigen.

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Jeder war mal dran, klärte aber nicht. Der Ball kam raus zu Manuel Feil, Christian Conteh ging nicht hin. Seine Flanke landete beim freien Marcel Correia - 0:1 (4.).Stimmungskiller eins.

Der zweite folgte auf dem Fuße. Claudio Kammerknecht (14.) traf nach einem Freistoß von Ahmet Arslan ins lange Eck.

Der Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits, ganz knapp - Pech. Stimmungskiller drei: Conteh passte klasse auf Stefan Kutschke (15.), der frei vor SV-Keeper Nicolas Kristof an dessen Fußspitze scheiterte - Unvermögen. Stimmungskiller vier: Nachdem Drljaca eine verunglückte Flanke von Robin Fellhauer (19.) aus dem Winkel kratzte, gab es die zweite Ecke.

Und wieder verteidigte Dynamo nicht. Kevin Conrad nahm den Ball volley, Luca Schnellbacher hielt die Rübe rein - 0:2 (20.). Langweilig war das hier nicht, aber deprimierend!

Die Aufstellungen von Dynamo Dresden und dem SV Elversberg

Dynamo Dresden gegen Elversberg: Zwischenzeitlicher Ausgleich zählt nicht

Nicht jeder Dresdner Treffer zählte. Dynamo-Torschütze Ahmet Arslan (Mitte) versucht vergebens mit Schiedsrichter Sven Jablonski zu diskutieren.
Nicht jeder Dresdner Treffer zählte. Dynamo-Torschütze Ahmet Arslan (Mitte) versucht vergebens mit Schiedsrichter Sven Jablonski zu diskutieren.  © Imago Eibner

Dynamo mühte sich. Doch wer schon einmal Zeugnisse geschrieben hat, weiß, was das bedeutet.

Aber: Wenn aus dem Spiel heraus nix geht, dann hilft ein Standard. In diesem Falle war es ein direkter Freistoß von Arslan (40.). Aus 22 Metern zirkelte er das Ding in den linken Winkel - traumhaft und nur noch 1:2.

Dresden glich sogar noch vor der Pause aus. Vermeintlich.

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Nach einer Ecke von Arslan schob Conrad den SGD-Kollegen Knipping in Correia hinein. Borkowski traf. Doch Schiedsrichter Sven Jablonski, der so pfiff wie Dresden verteidigte, erkannte ein Stürmerfoul.

In der zweiten Hälfte war noch alles drin. Doch um ein Spiel zu drehen, darf man nicht nur in der ungefährlichen Zone gut kombinieren, die Bälle nicht nur halbherzig aufs Tor bringen und: Man darf in der Abwehr nicht immer und immer wieder patzen. So wie Kammerknecht.

Er vertändelte einen sicheren Ball im Strafraum an Schnellbacher, der legte auf Correia, der frei in den Winkel schlenzen konnte - 1:3 (61.).

Wahnsinn, wie einfach Elversberg zu Toren kam.Auch jetzt war es noch möglich, wieder ranzukommen. Aber was Dynamo machte, hatte schon etwas grausam Lustiges an sich. Erst donnerte Borkowski (79.) den Ball aus Nahdistanz an die Latte, in der gleichen Szene scheiterte der eingewechselte Schäffler per Kopf an Kristof, um den freien Abpraller aus 2,50 Meter Entfernung ebenfalls an den Querbalken zu hämmern. Slapstick pur!

Es fehlt beim Absteiger also nicht nur hinten, sondern auch vorn. Wie es geht, zeigte Arslan, der kurz vor Abpfiff noch einköpfte.

Titelfoto: Imago / Eibner

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