Dynamo vor Spiel eins nach Hansi Kreische (†78): "Für uns alle ist das Leben ein Stück endlich"
Dresden - Es wird kein Spiel wie jedes andere, das wäre es wohl ohnehin nicht. Samstagabend, Flutlicht und Hertha BSC zu Gast im Rudolf-Harbig-Stadion, aber nach der traurigen Nachricht vom Mittwoch wird es für Dynamo Dresden vor allem immer Spiel eins nach Hans-Jürgen Kreische (†78) sein.
"Wenn so eine Persönlichkeit, wie er es hier als Spieler und Trainer war, geht, dann beschäftigt das einen im Verein. Das sind Nachrichten, die wollen wir alle nie haben, trotzdem ist für uns alle das Leben ein Stück endlich. Das ist nicht schön, gehört aber dazu und erdet einen auch ein Stück weit. Auch wenn wir jetzt so ein Highlight-Spiel vor der Brust haben, gibt es deutlich wichtigere Dinge im Leben", erklärt Thomas Stamm (43).
Dynamos Coach hatte keinen regelmäßigen Umgang mit der verstorbenen Vereinslegende, weiß aber, was Kreische "im Verein auch geleistet hat, wie er den Verein geprägt hat, auf seine Art und Weise, was wiederum etwas Schönes ist. Das zeigt, dass da sehr viel Leidenschaft und viel Zeit investiert wurde."
Logisch, dass im Rahmen des Flutlichtkrachers am Samstagabend auch an den früheren Mittelfeldspieler und Trainer der Schwarz-Gelben gedacht wird. Die SGD wird mit Trauerflor spielen, vor dem Anpfiff wird es eine Trauerminute geben. Fans können vor und nach dem Spiel am Gedenkort Blumen ablegen, viel mehr ist aber auch im Sinne von "Hansi" nicht geplant.
Ohnehin würde sich der Torjäger wohl am ehesten über die drei Punkte gegen die "Alte Dame" und gegen den Abstieg freuen. Denn eines lag Kreische immer am Herzen: Dynamo Dresden.
Thomas Stamm kannte Hansi Kreische vor seinem Wechsel zu Dynamo Dresden nicht
"Das Wort 'Ehrenspielführer' sagt relativ viel, weil du dann auch in einer anderen Funktion, nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer, der auch im Nachwuchs tätig war, den Verein mitgeprägt hast. Das ist das, was es ausmacht, dann reißt das aber auch immer ein Riesenloch, auch im Verein. Bei den Angehörigen drum herum ist das eh immer so", erklärt Stamm.
Trotzdem kannte der Schweizer ihn vor seiner Zeit in Dresden nicht, wie er zugibt: "Bevor ich unterschrieben habe, habe ich mich mit dem Verein beschäftigt. Wenn man das macht, dann kommt man auch schnell auf ihn."
"Wenn man den Verein so mitgeprägt hat - gerade Vereine wie Dresden, die eine tolle Tradition haben, auch durch solche Persönlichkeiten -, dann war es schon schnell so. Aber vorher sicherlich nicht."
Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Swen Pförtner/dpa
