Ex-Dynamo Stanislaw Tschertschessow nach Euro-Knaller gegen Monaco Gruppenerster!

Budapest (Ungarn) - Starker Auftritt von "Stanis" Team! Stanislaw Tschertschessow ist mit Ferencvaros Budapest eine Sensation geglückt. Der ungarische Doublesieger gewann am Donnerstagabend völlig überraschend am 2. Spieltag der Europa-League-Gruppenphase bei der AS Monaco mit 1:0 (0:0).

Ferencvaros-Coach Stanislaw Tschertschessow dirigierte sein Team erfolgreich von der Seitenlinie aus.
Ferencvaros-Coach Stanislaw Tschertschessow dirigierte sein Team erfolgreich von der Seitenlinie aus.  © NICOLAS TUCAT/AFP

Balint Vecsei erzielte in der 80. Minute nach Vorlage von Adama Traore das goldene Tor, hatte bei seinem Volleyschuss aber viel Dusel, weil er gleich zweimal abgefälscht wurde und Alexander Nübel im AS-Kasten deshalb keine Chance hatte.

Ohnehin war das Glück aufseiten der Tschertschessow-Truppe, denn die individuell besser besetzten Hausherren rannten gerade im zweiten Durchgang an, doch Ferencvaros hielt stand und machte den entscheidenden Treffer. Damit liegt Budapest nach zwei Spieltagen auf Platz eins der Gruppe H.

Wer hätte das vorher gedacht? Vermutlich niemand. Schließlich war der frühere Bundesliga-Keeper von Dynamo Dresden mit seiner Mannschaft in der Champions-League-Qualifikation gegen Qarabag Agdam (1:1/1:3) ausgeschieden. Dabei hatte man einige Defensivschwächen offenbart.

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Doch Aserbaidschans Meister verlor vorige Woche nur knapp beim SC Freiburg und besiegte parallel zum Ferencvaros-Spiel den FC Nantes mit 3:0, was für die Agdam-Qualität spricht und das Budapester Ausscheiden im Nachhinein verständlicher macht.

"Stani" setzte sich danach in den Europa-League-Quali-Playoffs mit seiner Truppe gegen die Shamrock Rovers (4:0/0:1) aus Irland durch und qualifizierte sich für den zweithöchsten europäischen Fußball-Vereinswettbewerb. Schon am 1. Spieltag sorgte man dort für Furore und gewann trotz mehr als 75-minütiger Unterzahl mit 3:2 gegen den türkischen Meister Trabzonspor.

Das goldene Tor: Balint Vecsei (2.v.l.) zieht per Volleyschuss ab, Monacos deutscher Torwart Alexander Nübel (2.v.r.) kann den doppelt abgefälschten Ball nicht abwehren und muss ihn passieren lassen.
Das goldene Tor: Balint Vecsei (2.v.l.) zieht per Volleyschuss ab, Monacos deutscher Torwart Alexander Nübel (2.v.r.) kann den doppelt abgefälschten Ball nicht abwehren und muss ihn passieren lassen.  © NICOLAS TUCAT/AFP

Ferencvaros Budapest überragt in der ungarischen Liga und überrascht nun auch in der Europa League

"Stani" durfte im Mai das Double bejubeln und nun gleich zwei Erfolge in der Europa League.
"Stani" durfte im Mai das Double bejubeln und nun gleich zwei Erfolge in der Europa League.  © Attila KISBENEDEK/AFP

Das spricht für die Qualität des ungarischen Doublesiegers, der für die OTB Bank Liga deutlich zu stark ist.

Das belegen sechs Siege aus sechs Spielen bei 18:1 Toren. Unter anderem besiegte man Fehervar FC glatt mit 4:0 - also die Mannschaft, die den 1. FC Köln in der Europa-Conference-League-Qualifikation beinahe rausgeworfen hätte (2:1/0:3).

Monaco war dabei noch mal ein anderes Kaliber, doch der französische Spitzenverein unterschätzte Ferencvaros offenbar. Mit dem deutschen Keeper Alexander Nübel und dem französischen Nationalstürmer Wissam Ben Yedder standen aber einige Stars auf dem Rasen, später wurde auch noch der Ex-Gladbacher Breel Embolo eingewechselt.

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Doch ganz besonders dürfte für Tschertschessow das Wiedersehen mit Aleksandr Golovin gewesen sein, an dessen Entwicklung er jahrelang in der russischen Nationalelf seinen Anteil hatte.

Aber auch der exzellente Techniker konnte nicht verhindern, dass Ferencvaros nun mit sechs Punkten bei 4:2 Toren beste Chancen aufs Weiterkommen hat. Denn nach der Länderspielpause stehen erst mal die beiden Duelle gegen den Gruppenletzten Roter Stern Belgrad an.

Die Freude bei Ferencvaros Budapest war nach dem Tor und Abpfiff in Monaco groß.
Die Freude bei Ferencvaros Budapest war nach dem Tor und Abpfiff in Monaco groß.  © NICOLAS TUCAT/AFP

Tschertschessow hat den Einzug in die K.o.-Runde mit seiner Mannschaft in den eigenen Händen und das ist wohl die unverhoffteste und aus seiner Sicht positivste Feststellung, die man zu diesem Saison-Zeitpunkt machen kann.

Titelfoto: Attila KISBENEDEK/AFP

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