Hamburg/Dresden - Nach nur einem Jahr verliert Dynamo Dresden sein Mittelfeld-Ass Kofi Amoako (21) an den HSV. Der Bundesligist profitiert von einer Ausstiegsklausel im Vertrag des U21-Nationalspielers, die bei zwei Millionen Euro liegt. Die Rothosen sichern sich die Dienste des Abräumers vor der Abwehr für satte vier Jahre bis Ende Juni 2030.
"Kofi bringt ein sehr spannendes Profil mit – der Mix aus Physis und Athletik, seine Zweikampfstärke und seine Intensität gegen den Ball passen hervorragend zu unserer Spielidee. Darüber hinaus verfügt er über eine gute Qualität am Ball und taktische Flexibilität", sagt HSV-Sportdirektor Claus Costa am Samstag.
Für Dynamo tut der Abgang sportlich weh, lohnt sich aber finanziell. Denn im Sommer 2025 hatten die Schwarz-Gelben Kofi Amoako für eine geringe Ablöse von geschätzten 300.000 Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet. Macht nach einem Jahr ein Plus von 1,7 Millionen Euro. In der Saison 2024/25 war Amoako an den VfL Osnabrück verliehen.
"Der Abgang von Kofi schmerzt uns natürlich sportlich und menschlich sehr. Er hat sich vom ersten Tag mit Dynamo identifiziert und alles für den Erfolg investiert. Leider haben wir in dieser Sache nicht das Heft des Handelns in der Hand. Jetzt ist der Fall eingetreten, dass ein Verein die Klausel nutzt und wir zukünftig ohne Kofi planen müssen" erklärt Dynamo Dresdens Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39).
Gleich von Beginn seines Engagements in Sachsen war erkennbar, über welche Qualitäten der "Sechser" verfügt, allerdings hatte auch er es in der schlechten Hinrunde der SGD schwer, sich ins Rampenlicht zu spielen. Dennoch flatterten schon im Winter die ersten Angebote herein. Amoako stand kurz vor einem Wechsel zu US Lecce, der am Ende jedoch platzte.
Kofi Amoakos steiler Aufstieg: Vom VfL Osnabrück zu Dynamo Dresden, zum HSV
Zum Glück für Dynamo, denn Amoako war eine der wichtigen Säulen für die überragende Rückrunde der Dresdner, in der sie mit 28 Punkten sogar noch auf Platz elf die Klasse hielten. Nach der Hinrunde stand das Team von Trainer Thomas Stamm mit mageren 13 Zählern auf dem letzten Tabellenplatz.
"Claus hat mich bei einem Gespräch von der Spielidee des HSV überzeugt und mich damit abgeholt. Spätestens nach dem Gespräch mit dem gesamten Trainerteam, also mit Merlin, Loic und Richi, war für mich klar, dass ich für diesen Verein spielen will", sagt Kofi Amoako selbst zu seinem Wechsel.
"Für seine Entwicklung ist es ein logischer nächster Schritt, zu dem wir ihm natürlich nur gratulieren können. Wir freuen uns, dass er für eine Saison Teil von Schwarz-Gelb war und einen wichtigen Teil dazu beigetragen hat, dass wir den Klassenerhalt feiern konnten. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles erdenklich Gute", so Sören Gonther von Dynamo.
Amoako absolvierte 33 Pflichtspiele für die SGD und erzielte dabei ein Tor, beim 2:1-Sieg im Januar beim 1. FC Magdeburg. Nun greift der U-Nationalspieler in der Bundesliga an.