Saftige Pyro-Strafe für Dynamo, aber kein Geisterspiel

Dresden/Frankfurt - Keine Blockstrafe, keine Geisterspiele! Dynamo Dresden kommt noch einmal glimpflich davon.

Beim Spiel gegen den FC Schalke 04 brannte der K-Block.
Beim Spiel gegen den FC Schalke 04 brannte der K-Block.  © Lutz Hentschel

Das DFB-Gericht tagte am heutigen Montag in Frankfurt und entschied, wie mit den Bengalo-Aktionen der Fans bei den Spielen gegen den 1. FC Kaiserslautern und den FC Schalke 04 verfahren wird.

Die Richter ließen Milde walten und entschieden sich letztlich für Geldstrafen. Doch auch das summiert sich.

Der Verein muss nun tief in die Tasche greifen. Insgesamt 300.000 Euro werden fällig, wie der Deutsche Fußball-Bund in einer Pressemitteilung bekannt gab.

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  • 130.000 Euro für die Vorfälle beim Zweitligamatch am 1. April gegen Schalke im Rudolf-Harbig-Stadion. Dresdner Zuschauer brannten mindestens 200 Bengalische Fackeln und Blinker ab und schossen 20 Raketen in die Luft, wodurch sich der Anpfiff um eine Minute verzögerte.
  • 15.000 Euro für die Zwischenfälle im Relegationshinspiel in Kaiserslautern. Während der Partie wurden 30 pyrotechnische Gegenstände gezündet.
  • 155.000 Euro für die Aktion mit rund 200 bengalischen Fackeln beim Relegationsrückspiel gegen Kaiserslautern in Dresden, die zu einer siebenminütigen Spielunterbrechung führte.

Ein Drittel von der Gesamtstrafe darf der Klub für präventive Maßnahmen verwenden. Das muss die SGD dem DFB allerdings bis zum Jahresende nachweisen.

Dynamo Dresden will die Aufarbeitung "mit allen beteiligten Parteien fortsetzen"

Jürgen Wehlend (56) äußerte sich in einem Statement zum Urteil gegen Dynamo Dresden.
Jürgen Wehlend (56) äußerte sich in einem Statement zum Urteil gegen Dynamo Dresden.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Dieses Urteil trifft uns in einer – auch durch den sportlichen Zweitliga-Abstieg – ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeit sehr, sehr hart. Es stellt einen tiefen Einschnitt für uns dar", sagte Dynamos Kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) in einer Stellungnahme des Vereins.

Immerhin hätte in der dreistündigen Verhandlung verhindert werden können, dass der K-Block gesperrt wird. Das wäre aus Sicht des Vereins ein falsches Zeichen gewesen.

"Umso wichtiger ist es, dass wir die interne Aufarbeitung und den engen Dialog mit allen beteiligten Parteien fortsetzen, um das notwendige Umdenken zu erreichen. Den vielen Worten müssen jetzt Taten folgen", fügte Wehlend an.

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Originalmeldung von 16.30 Uhr, aktualisiert 17.36 Uhr.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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