Dresden - Am Freitagabend beim Testspiel in Bautzen (Anstoß ist 18.30 Uhr) laufen die Dynamos erstmals in ihren neuen Trikots auf. Sicherlich werden sich auch die ersten Fans mit den neuen Jako-Leibchen eingedeckt haben - obwohl sie teurer sind als noch im Vorjahr.
Drei Jahre hatte der Verein nicht an der Preisschraube gedreht, jetzt kam er nicht drumherum. Angesichts der Debatte um teure Fußballtrikots hat der deutsche Sportartikelhersteller Jako die Preise verteidigt.
"Wenn der Kunde bereit ist, den Preis zu zahlen, ist er auch gerechtfertigt", sagte Jako-Vorstand Tobias Röschl den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Dienstag. Von den Erlösen profitierten neben den Herstellern auch Händler und Verbände.
"Insofern kann mit dem Kauf eines Originaltrikots viel Gutes bewirkt werden", fuhr Röschl fort. Über die Verbände würden etwa Strukturen im Kinder- und Jugendfußball finanziert.
Jako mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen ist aktueller Ausrüster der irakischen Nationalmannschaft. Das Erwachsenen-Trikot des WM-Teilnehmers kostet derzeit 85 Euro und liegt damit unter dem Preis des deutschen Nationaltrikots von Adidas, für das Fans mindestens 100 Euro bezahlen müssen. Das von Dynamo kostet 89,99 Euro.
Dynamo Dresden: Trikot-Produktion in Deutschland würde den Preis nicht senken
Die Preise von Fußballtrikots hatten im Mai eine Debatte ausgelöst: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (52) forderte etwa, Kindertrikots deutlich günstiger anzubieten, um Familien finanziell zu entlasten.
Röschl wies das zurück. "Günstige Preise zu fordern, ist nicht Aufgabe von Abgeordneten", sagte er. Die Politik solle sich stattdessen stärker mit dem Schutz des Handels vor Onlineplattformen wie Temu oder Shein beschäftigen.
Eine Produktion von Trikots in Deutschland würde die Preise nach Einschätzung des Jako-Vorstands nicht senken. Vielmehr verfügten die asiatischen Fertigungspartner über eingespielte Liefer- und Rohstoffketten sowie hohe Qualitätsstandards.
"Das Produkt würde durch einen solchen Schritt nicht günstiger werden", sagte Röschl.