Ungewohnte Ruhe im Dynamo-Umfeld: Thomas Stamm gefällt's
Dresden - Vielleicht so ruhig wie noch nie bestreitet Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga einen Abstiegskampf. Intern mag das auch eine Menge mit der schweizerischen Ruhe von Thomas Stamm (43) zu tun haben. Aber auch im Umfeld rumort es erstaunlich wenig.
"Am Ende geht es um Überzeugung. Und je mehr Überzeugung vielleicht auch von außen in die Mannschaft, in die handelnden Personen da ist, umso ruhiger wirkt es vielleicht", überlegt Dynamos Coach.
Aber er stellt klar: "Gefährlich wäre es, wenn wir uns auf das verlassen. Ich kann es nicht beurteilen, ich war vorher nicht da, man hört das ein oder andere. Aber auch da im Hier und Jetzt sein, ist deutlich wichtiger – und sich auf uns zu konzentrieren. Ich habe diese Woche extrem gespürt, dass wir etwas gutmachen wollen."
Gemeint war die Niederlage in Düsseldorf, die aber auch immer irgendwie eingeplant war. Über Monate hinweg predigen die Schwarz-Gelben, dass es Rückschläge geben wird. Bei den Fans scheint das angekommen zu sein.
Szenen wie 2022 in der Relegation gegen Kaiserslautern sind aktuell quasi ausgeschlossen, noch deutlich dunklere Phasen mit Gräbern auf dem Trainingsplatz zum Glück ohnehin schon lange. Aber auch Pfiffe im Stadion sind in der Regel maximal wenige zu vernehmen.
Dynamo Dresden hat sich durch seine Auftritte in der Rückrunde den Rückhalt mehr denn je erarbeitet
Die Mannschaft hat sich das über die Rückrunde mit sechs Siegen und vier Remis (22 Punkte) erarbeitet.
"Das liegt natürlich an der Konstellation, wie die Rückrunde bisher gelaufen ist. Ich finde aber auch in der Hinrunde, die ja punktmäßig schlecht war, hatte ich nicht das Gefühl, dass es kippt oder dass die Stimmung sehr negativ ist. Natürlich hat man auch gespürt, dass alle unzufrieden sind", gesteht Niklas Hauptmann (29).
Der Vizekapitän hat zumindest in der Saison 2017/18 ein bisschen Abstiegskampf light miterlebt. Aber er gibt mit Blick auf das Heute zu: "Ich hatte über die ganze Saison das Gefühl, dass wir super unterstützt werden, weil, glaube ich, allen klar war, dass die Saison schwer wird. Und von daher nehme ich das auch eher positiver über die ganze Saison jetzt."
Sein Trainer entgegnet: "Es ist nicht so entscheidend, was wir uns erarbeitet haben, sondern entscheidend wird sein, dass wir kurz vor 3 Uhr am Samstag sagen können: 'Okay, wir haben uns wieder was erarbeitet, was vielleicht für zwei, drei Tage ein gutes Gefühl gibt.' Aber ja, wir können gerade unseren Job machen und in Ruhe arbeiten. Das kann helfen."
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Exklusive News rund um die SGD
- Spielberichte, Transfers & Hintergrundinfos
- Jederzeit abbestellbar
Titelfoto: Lutz Hentschel

