Vom Dynamo-Profi zum Teammanager: Justin Löwe hat Jobwechsel noch nicht bereut

Belek - 188 Tage ist Justin Löwe (23) inzwischen in Amt. Vor allem die letzten 30 waren für Dynamo Dresdens Teammanager so richtig stressig. Bereut hat "Leo" seinen Jobwechsel trotzdem noch nicht.

Laptop, Handy, Stift - irgendwas zu organisieren gibt es für Mannschaftsleiter Justin Löwe (23) immer.
Laptop, Handy, Stift - irgendwas zu organisieren gibt es für Mannschaftsleiter Justin Löwe (23) immer.  © Lutz Hentschel

"Es ist nicht weniger Lust auf diesen Beruf geworden. Wenn man das ein knappes halbes Jahr mitgemacht hat, dann sieht man vieles ein wenig anders. Man hat gewisse Vorstellungen, dann aber kommt die Realität. Es wird sich aber nicht so schnell ändern und ich glaube, dass die Lust auch noch eine Weile bleibt", erklärt der 23-Jährige beim Gespräch in Dynamos Mannschaftshotel.

Das Funkeln in seinen Augen, wenn er über seine Berufung spricht, ist noch deutlich zu erkennen. Auch, wenn der Job ihm mitunter schlaflose Nächte und so einige Schweißperlen bereitet.

Vor allem im Vorfeld des Trainingslagers kam "Leo" ordentlich ins Schwitzen – egal ob bei der ewig dauernden Sicherheitskontrolle am Flughafen oder schon zuvor bei den Planungen.

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"Die Nächte waren kurz. Du liegst im Bett, es schießt dir wieder ein Gedanke durch den Kopf, wo du dich fragst, ob du dich darum gekümmert hast. Ich bin selbst bei Auswärtsspielen noch nervös. Daheim weißt du, wo alles ist, selbst Plan B, C und D", gibt Löwe zu.

"Drei Kreuze, wenn alle im Flieger und dann im Hotel sind. Vom Gepäck ist nichts weg, alles unbeschädigt. Durchatmen", so der 23-Jährige.

Justin Löwe: "Das Wichtigste im Fußballgeschäft ist, dass du es menschlich machst"

Bissig auch beim Spaßkick: Justin Löwe (r.) rückt Torwarttrainer David Yelldell (41, M.) auf den Leib.
Bissig auch beim Spaßkick: Justin Löwe (r.) rückt Torwarttrainer David Yelldell (41, M.) auf den Leib.  © Lutz Hentschel

Es ging alles gut, doch trotz allem Planungsstress hat der Ex-Spieler noch die Zeit gefunden, seinen Führerschein zu machen. Am 28. November konnte Löwe stolz das Papier nach nur drei Monaten Pauken und Fahrstunden präsentieren.

"Es wurde Zeit, da gab es viel Druck von Familie, Freunden, auch von Dynamo. Dinge, die mir keinen Spaß machen, mache ich nicht unbedingt mit der notwendigen Konsequenz. Der Führerschein war so etwas, ich bin gern Bahnfahrer und brauchte es nie wirklich in meinem Leben. Das jetzt durchzuziehen, tat aber gut", gesteht Löwe.

Inzwischen macht das Autofahren auch Spaß, der LKW-Führerschein, um künftig vielleicht auch noch den Dynamo-Bus zu steuern, muss es dann aber nicht noch sein. Auch ohne zusätzliche Lernbelastung gibt es für Löwe genug zu tun. Dank seiner Profi-Vergangenheit weiß er aber zum Glück, wie Dynamos Spieler ticken. "Das Wichtigste im Fußballgeschäft ist, dass du es menschlich machst", ist Löwes Maxime.

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Dazu gehört auch, dass er sich selbst mal ein paar Auszeiten nimmt. "Du musst dir die Zeit nehmen, sonst kannst du das nicht ewig machen. Es gibt solche und solche Tage, es pendelt sich meist ein. Du musst aber auch mal 'Schluss' sagen und dich auch mal an die Bar setzen", sagt er und hat dabei immer ein stolzes Lächeln im Gesicht.

Zum Ausgleich gehört auch das Kicken beim SC Borea Dresden – wenn es die Zeit zulässt. "Es ist immer eine Frage der Termine, ich habe nur sechs oder sieben Spiele gemacht", so Löwe. Aber was noch immer drin ist: "Ich will jedes Spiel gewinnen, egal ob gegen 1860 München, in Weixdorf oder im Training!"

Titelfoto: Lutz Hentschel

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