"Wollen wir nicht sehen": So reagierte Dynamo-Schlichter Kutschke auf die Ausschreitungen

Dresden - Auf dem Feld konnte der gesperrte Stefan Kutschke (37) nicht helfen, dafür hatte es Dynamos Profi abseits davon probiert. Als die Krawalle zwischen Hertha- und SGD-Fans starteten, eilte der Dresden-Kapitän von der Pressetribüne runter und versuchte, die Lage zu beruhigen.

Am Samstagabend war der gesperrte Stefan Kutschke (37, 2.v.l.) erst als Schlichter, dann als Tröster unterwegs.  © Lutz Hentschel

"Es ging um die Kommunikation. Ich glaube, das Spiel stand dann schon ein bisschen auf der Kippe. Da ging es um das Vermitteln zwischendurch. Dort ist es eigentlich nur ein kurzer Kommunikationsweg, dass du hilfst, dass es so schnell wie möglich weitergeht", erklärt Kutschke.

Ihm ist wichtig: "Da hat man doch schon auch das Bedürfnis zu helfen und zu schlichten. Dass sowas nicht sein muss, dass dort die Bengalos in die Zuschauerblöcke fliegen und so weiter: Das sind Bilder, die wir nicht sehen wollen!"

Die Ausschreitungen an sich hätten die Mannschaft aber nicht die Konzentration gekostet, findet der Routinier. Schon aber die zwei Unterbrechungen in der fünften und in der 19. Minute.

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Jetzt wünscht sich Kutschke, dass die Mannschaft in den letzten sechs Partien "reifer" agiert und in so einem Spiel auch in Überzahl mal den Punkt mitnimmt. "Jeder Punkt ist Gold wert, das haben wir schon mal gesehen, was der ausmachen kann. Das soll die Marschroute für die nächsten sechs Spiele sein."

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Stefan Kutschke verbindet keine Emotionalität mehr mit dem 1. FC Nürnberg

Stefan Kutschke (am Ball) spielt lieber, als er zuschaut. Der Kapitän fordert aber mehr Reife.  © Lutz Hentschel

Das nächste heißt Nürnberg, einer der Klubs, für die der 37-Jährige schon seine Schuhe geschnürt hat. 2015 wechselte er vom VfL Wolfsburg zu den Franken, im Januar 2016 kam die Leihe nach Dresden. Nach seiner Rückkehr ging es direkt weiter nach Ingolstadt.

Wie viel Emotionalität steckt in der Partie? "Die ist natürlich nicht so da, es war nur ein halbes Jahr. Deswegen würde ich jetzt nicht sagen, das ist noch mal ein besonderes Spiel zum Zurückkommen", gesteht der Stürmer.

Wichtiger ist ihm: "Ich spreche da sicherlich für alle: Wir wollen drei Punkte holen, brauchen dringend Punkte, dass wir unser Ziel erreichen. Alles andere, das spielt dann keine Rolle mehr."

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Bei den FCN-Fans scheint er aber einen größeren Eindruck hinterlassen zu haben. Denn einige überfielen Ende Oktober 2022 Dynamos-Mannschaftsbus am Rastplatz Kammersteiner Land (Bayern), sollen es auf die beiden Stürmer Kutschke und Manuel Schäffler (37) abgesehen haben. Kutschke: "Da sind auch Grenzen überschritten worden. Aber das sind alles Sachen, die sind Vergangenheit."

Am Samstag soll einzig das Sportliche im Mittelpunkt stehen.

Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 28 39:24 55
2 SC Paderborn 07 28 47:31 54
3 SV 07 Elversberg 28 48:30 52
4 SV Darmstadt 98 28 50:32 50
5 Hannover 96 28 47:35 50
6 Hertha BSC 28 43:33 47
7 1. FC Kaiserslautern 28 48:41 43
8 1. FC Nürnberg 28 38:38 37
9 Karlsruher SC 28 43:52 37
10 VfL Bochum 1848 28 39:40 33
11 Arminia Bielefeld 28 41:40 31
12 Fortuna Düsseldorf 28 26:43 31
13 1. FC Magdeburg 28 43:51 30
14 Eintracht Braunschweig 28 30:45 30
15 SG Dynamo Dresden 28 45:47 29
16 Holstein Kiel 28 34:42 29
17 SpVgg Greuther Fürth 28 40:61 29
18 SC Preußen Münster 28 31:47 27

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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