Nach Pokal-Aus: Lieberknecht bleibt positiv und freut sich auf "die wahre Eintracht"

Darmstadt - Auch wenn der Zweitligist SV Darmstadt 98 im DFB-Pokal gegen die eine Klasse höher spielenden Frankfurter am Ende nicht gewinnen konnte, nimmt Trainer Torsten Lieberknecht (49) viele positive Dinge mit in den Liga-Alltag.

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht (49) war trotz der 2:4-Pleite gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale mehr als zufrieden mit der Performance seines Teams.
Lilien-Coach Torsten Lieberknecht (49) war trotz der 2:4-Pleite gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale mehr als zufrieden mit der Performance seines Teams.  © Arne Dedert/dpa

Torsten Lieberknecht richtete den Blick nach einem kurzen Moment der Enttäuschung über das Ende der Pokal-Reise mit Darmstadt 98 gleich wieder nach vorn.

"Für uns ist im Pokal jetzt leider Schluss, aber es geht in der 2. Bundesliga weiter", sagte Darmstadts Trainer nach dem Aus im Achtelfinale durch das 2:4 (2:2) im Hessen-Derby beim Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt. "Ich hoffe, dass sich die Jungs schnell regenerieren und aus dem Spiel viele positive Dinge mitnehmen, die wir für uns brauchen, um weiter im Prozess zu sein."

Nach über einem halben Jahr und 20 Spielen ohne Niederlage musste sich der Zweitliga-Tabellenführer in einem rassigen Pokalduell nach einem aufopferungsvollen Kampf dem Fußball-Bundesligisten geschlagen geben.

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"Wir sind natürlich enttäuscht über die Niederlage", sagte Lieberknecht. "Aber wir haben mehr als gegen eine Topmannschaft gespielt und können dann auch aus dem Spiel sagen: Was macht die Eintracht, was uns noch ein bisschen fehlt, was können wir noch lernen und was haben wir auch gut gemacht?"

Die Analysen sollen den "Lilien" im Liga-Alltag helfen. Als Tabellenführer mit bereits sechs Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz und sieben vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz träumt die Mannschaft vom Sprung in die Bundesliga.

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht ist stolz auf seine Mannschaft und will Braunschweig schlagen

Auch Lieberknechts Trainerkollege Oliver Glasner (48, r.) lobte die Leistung der Darmstädter und wünscht ihnen den Aufstieg in die Bundesliga.
Auch Lieberknechts Trainerkollege Oliver Glasner (48, r.) lobte die Leistung der Darmstädter und wünscht ihnen den Aufstieg in die Bundesliga.  © Arne Dedert/dpa

Lediglich ein Ligaspiel ging bisher verloren, direkt am ersten Spieltag in Regensburg. Die Niederlage gegen den hessischen Nachbarn im DFB-Pokal war zwar ein Dämpfer, gibt aber auch Selbstvertrauen.

"Wir haben uns nicht versteckt und mutig gezeigt. Wir wissen alles einzuschätzen und wissen auch, wer der nächste Gegner ist - die wahre Eintracht aus Braunschweig", sagte Lieberknecht grinsend mit Blick auf die Zweitliga-Partie gegen seinen langjährigen Ex-Verein Eintracht Braunschweig am Sonntag.

Die Niedersachsen stehen auf Tabellenplatz elf und haben mit 21 Punkten gerade einmal halb so viele Zähler gesammelt wie die Darmstädter.

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Als aktiver Fußballer spielte Lieberknecht von 2003 bis zu seinem Karriereende 2007 für die "Löwen" in Braunschweig und stieg 2005 mit dem Verein in die 2. Bundesliga auf. Nach 82 Ligaspielen beendete er seine aktive Karriere, blieb der Eintracht aber als Trainer erhalten und übernahm nach dem Training der A-Jugend im Jahr 2008 die erste Mannschaft. Zehn Jahre am Stück trainierte er die Braunschweiger und führte sie zwischenzeitlich sogar in die Bundesliga.

"Da schlägt mein Herz halt für die Eintracht aus Braunschweig", sagte Lieberknecht entschuldigend in Richtung Eintracht-Trainer Oliver Glasner (48), der nach den spannenden 90 Minuten am Dienstagabend besonders die Qualität des Gegners im Umschaltspiel lobte.

"Du kannst nicht 20 Spiele ungeschlagen sein, wenn du nicht richtig gut bist", sagte der Österreicher, der auf ein baldiges Wiedersehen hofft. "Ich wünsche Darmstadt, dass sie dieses Jahr den Sprung in die Bundesliga schaffen und wir nächstes Jahr wieder ein rassiges Derby haben", sagte er. Lieberknecht hätte sicher nichts dagegen.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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