1860-Insolvenz: Können die Löwen noch ihre Mitarbeiter bezahlen?

Von Martin Moravec

München - Die drohende Zahlungsunfähigkeit schockt den TSV 1860 München. Nachdem die "Löwen" einen Insolvenzantrag gestellt haben und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde, sind die Löhne der Mitarbeiter beim Traditionsverein aber "mindestens bis einschließlich August" durch das Insolvenzgeld gesichert.

Der Münchner Traditionsverein TSV 1860 steckt in der Krise.  © Sven Hoppe/dpa

Dies teilte der aus der 3. Fußball-Liga in die Regionalliga Bayern zwangsabgestiegene Verein mit.

"Zunächst werden ich und mein Team uns ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche und operative Situation der beiden Gesellschaften machen sowie Gespräche mit allen Beteiligten führen", erklärte Insolvenzverwalter Max Liebig.

Ziel sei es, "schnellstmöglich ein Gesamtbild zu bekommen, um die nächsten Schritte zusammen mit der Geschäftsführung prüfen und einleiten zu können."

TSV 1860 München Ismaik weist Vorwürfe im Lizenzstreit zurück: "Habe null Macht bei 1860"

Liebig muss also die Insolvenzmasse ermitteln und diese dann unter den Gläubigern aufteilen. Der Diplom-Kaufmann aus München hat viel Erfahrung etwa aus den Konkursverfahren des früheren Drittligisten Türkgücü München, der Anfang des Jahres 2022 Insolvenzantrag gestellt hatte, oder von Starkoch Alfons Schuhbeck (77).

Der Stammverein der "Löwen" und seine Amateursportsparten sind von dem vorläufigen Insolvenzverfahren nicht betroffen, sondern die sogenannte TSV München von 1860 GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).

Anzeige

TSV 1860 München: Mehr als sieben Millionen Euro fehlen

Das ist die bislang vom e.V. und dem umstrittenen Investor Hasan Ismaik (48) gemeinsam geführte Spielbetriebsgesellschaft. Nachdem der jordanische Geschäftsmann den "Löwen" Darlehensverträge gekündigt hatte und der Traditionsverein anschließend aus der 3. Liga abgestürzt war, fehlen dem Vernehmen nach mehr als sieben Millionen Euro, um eine Insolvenz abzuwenden.

Ismaik ist 2011 beim TSV 1860 eingestiegen, er hält 60 Prozent der Anteile an der KGaA.

Mehr zum Thema TSV 1860 München: