Dresden - "Diese zweite Liga ist wahrscheinlich die drittstärkste oder viertstärkste Europas." Diese These stellte Stefan "Kretzsche" Kretzschmar (53) kürzlich im Video-Podcast von DYN auf, den er gemeinsam mit Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld (36) wöchentlich veröffentlicht. Widerspruch gibt's aus Dresden nicht.
"Iker Romero hat’s auch gesagt", pflichtet Elbflorenz-Coach André Haber (39) bei. Romero (46), gerade mit Bietigheim in die 1. Liga aufgestiegen und zum besten Trainer der Zweitliga-Saison gewählt, sprach sich schon vor zwei Jahren für die enorme Stärke des HBL-Unterhauses aus.
"Ich habe bisher ausschließlich in Deutschland gearbeitet", gesteht Haber. "Aber der Vergleich hinkt mit Sicherheit nicht. Wir können darüber reden, ob es die dritt-, viert- oder fünftbeste Liga ist. Aber viel weiter runter müssen wir nicht gehen. Vor allem in ihrer Breite."
Die Bundesliga gilt als beste Liga der Welt, da sind sich alle Experten einig. Grund: Allen europäischen Kontrahenten mangelt es schlicht an Konkurrenz in der Spitze. In Frankreich dominiert Paris Saint-Germain seit Jahren, auch dem FC Barcelona fehlt in Spanien ernstzunehmende Konkurrenz.
Beide marschierten ohne Pleite durch die Saison. Im Land des amtierenden Welt- und Europameisters sowie Olympiasiegers Dänemark marschierte Nationalspieler Juri Knorr (26) mit Aalborg souverän durch die Play-offs zum Titel.
Und in der zweiten Liga? "Oppenweiler verliert mit einem Tor in Bietigheim, verliert mit einem Tor gegen uns. Krefeld gewinnt hier", gibt Haber der "Kretzsche"-These Futter. Denn Oppenweiler muss trotz dieser knappen Ergebnisse gegen die Spitzenteams mit nur vier Punkten zurück in die dritte Liga - auch Krefeld verpasste den Klassenerhalt.