Dresden - Der Ball ist rund. Ein Spiel dauert 60 Minuten. Und: HC Elbflorenz beim VfL Lübeck-Schwartau ist Drama pur. Vergangene Saison endete die Partie unrühmlich, als Lübeck mit acht Spielern auf dem Feld, und damit regelwidrig, Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielte. Diesmal hielt es der Handballgott mit den Dresdnern.
Als Anton Preußner (21) weniger als eine Minute vor Spielende zum 30:30-Ausgleich traf, war für die Tiger eigentlich nur noch der einfache Punktgewinn drin. Zu allem Überfluss musste auch noch Oliver Seidler (27) nach Foulspiel vom Feld, die Sachsen verteidigten den vermeintlich letzten Angriff des Spiels mit einem Mann weniger.
Die Lücke nutzte das Team aus Norddeutschland, bestrafte sie aber nicht: Rechtsaußen Nadav Cohen (23) stand bei seinem Abschluss schon im Kreis.
Auszeit Dresden, fünf Sekunden auf der Uhr. Für den Geniestreich sorgte Torhüter Marino Mallwitz (29), der mit seinem Pass über das gesamte Feld Sebastian Greß (31) fand. Ballannahme mit links, Gegner abgeschüttelt, Wurf mit rechts - 31:30.
Der Rest war Jubel und Party.
HC Elbflorenz kann extrem glücklich sein - gerade nach dem Skandal-Spiel der Vorsaison
"Wir können extrem glücklich sein. Es war ein hartes Spiel und stark gespielt vom Gastgeber. Von uns war es nicht das beste Spiel, und wir haben es trotzdem gewonnen - das gibt uns viel", freute sich der Siegtorschütze.
Mit acht Toren und sechs Assists verdiente sich der Kapitän ebenso wie sein Kollege Doruk Pehlivan (10 Tore/ 4 Assists) die Berufung in die Mannschaft des 22. Spieltags.
Dinge, die passiert sind zu reparieren, das geht im Sport nicht. "Aber vielleicht ist es die Quintessenz aus diesem Spiel und dem Spiel in der letzten Saison", findet Dresdens Sportlicher Leiter Rico Göde (43).
Egal wie, enorm wichtig sind die zwei Zähler im knallharten Kampf um den Aufstieg für den Tabellendritten allemal.