Polizei-Student Preußner schiebt Dienst für den HC Elbflorenz

Dresden - Mit Anton Preußner (20) hat sich der HC Elbflorenz einen hochtalentierten Akteur geangelt. Der Rückraumspieler ist aber nicht nur auf der Handballplatte aktiv, sondern auch im Studium: "Die Polizei schafft mir jeglichen Freiraum für den Sport", sagt der Linkshänder.

Jungspund und alter Hase: Neuzugang Anton Preußner (20, r.) mit Lukas Wucherpfennig (30).  © Lutz Hentschel

Dass er in seiner Doppelfunktion als Profisportler und Student trotzdem nichts geschenkt bekommt, das spürt er regelmäßig.

"Als ich noch bei den Füchsen war, da hatte ich oft früh 7.30 Uhr Training. Die Uni ging dann bis 17 Uhr und direkt danach bin ich wieder zum Training", so Preußner, der als 14-Jähriger aufs Internat nach Berlin wechselte und dort bis zu seiner Leihe zum ASV Hamm-Westfalen in der vergangenen Rückrunde lebte: "Das war schon ein bisschen hart."

Das ist aber nicht der einzige Aspekt, der sich im Vergleich zu einem gewöhnlichen Studium unterscheidet, wie der gebürtige Niedersachse während seiner Prüfungsphase im Sommer erfuhr: "Ich bin früh 4.30 Uhr von Dresden nach Berlin gefahren. 8 Uhr habe ich die erste Prüfung geschrieben, hatte eine halbe Stunde Pause und dann die nächste."

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Zwei Prüfungen an einem Tag? Vielleicht nicht optimal, aber "für die Situation und auch für die Prüfungen hat sich das perfekt ergeben", erklärt der dynamische Handball-Profi, der voll im Soll seines fünfjährigen Studiums liegt.

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Anton Preußner plant sein Studium um den Sport herum

Mit der U21 des DHB wurde Anton Preußner (20, r.) im Juli Fünfter bei der WM in Polen.  © imago/Pressefoto Baumann

Trotz dieser Strapazen macht der 1,92-Meter-Mann eines deutlich: "Es läuft nicht nur optimal für den Handball, sondern so, dass beides klappt."

Dass Preußner für sein Studium viel Disziplin und Selbstorganisation benötigt, das weiß er. Und dass er für seine Ziele viel hinten anstellt, spürt man: Seinen Sommerurlaub verbrachte er in Polen. Mit der deutschen U21-Nationalmannschaft holte er bei der WM den fünften Platz.

Viel Aufmerksamkeit gibt es für den Jungspund, dem das große Rampenlicht eigentlich viel zu viel ist. Denn auch in den Polizei-Kreisen sorgt der Linkshänder als Mannschaftssportler für besondere Herausforderungen, um dem Spitzensport und dem Studium im Rahmen der Dualen Karriere der Polizei Berlin gerecht zu werden.

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So werden Theorie und Praxis des Studiums und notwendige Prüfungen um die sportlichen Belange individuell "herumgeplant". Präsenzphasen werden auf ein Minimum reduziert. "Das ist ein bisschen ein Präzedenz-Fall", so Preußner.

Nicht stören dürfte ihn hingegen, wenn er am Samstagabend beim Zweitliga-Auftakt gegen die SG BBM Bietigheim für positive Schlagzeilen sorgen würde. Auch wenn er viel mehr ist, als nur Handballer.

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